Liederbuch: SP Sulz im Visier der FPÖ. Die SP-Ortsgruppe geriet jüngst ins Visier der FP Linz. Grund war die Veröffentlichung des Liedes der Internationalen Brigaden auf der Homepage der Sulzer Roten, was die Linzer Blauen als nicht kompatibel mit der SP-Forderung nach Menschlichkeit auf den Nationalratsplakaten finden und hier einen SP-Liederskandal orten.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 06. November 2019 (12:29)
APA
FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker

FP-Generalsekretär Nationalratsabgeordneter Christian Hafenecker nennt die SP-Sulz in einer Presseaussendung „eine kleine Spitze des kommunistischen Eisberges in der SPÖ“. Konkret empörte er sich über die Textzeile „mit Gewehren, Bomben und Granaten wird das Ungeziefer ausgebrannt“.

Die NÖN sprach mit SP-Bezirksgeschäftsführer David Schramm: „Natürlich distanzieren wir uns entschieden von einem Aufruf zu jedweder Gewalt. Wir haben bereits Gespräche geführt und werden die Angelegenheit auch weiter in unseren Gremien thematisieren.“ Schramm zeigt sich aber verwundert, warum die FP Linz zehn Jahre zurück Internetseiten der SP Sulz durchstöbert und vermutet hier ein Ablenkungsmanöver von deren eigener „Liederbuchaffäre“.

Schon 2009 wurde ein Konvolut von Arbeiterliedern online gestellt, offenbar aber nicht jede Textpassage kontrolliert, erklärt Schramm. So sei wohl die Veröffentlichung von „unappetitlichen Textzeilen“ passiert. Auch der SPÖ-Bezirksvorsitzenden in Gänserndorf und Dritten Landtagspräsidentin Karin Renner stößt die Wortwahl sauer auf.  Wie Schramm bestätigt, wurde der Text noch am Montag von der Webseite entfernt.

Der Ursprung des Liedes geht zurück auf das Jahr 1936 und den spanischen Bürgerkrieg. Rekrutiert von der Kommunistischen Internationale kämpften die militärisch ausgebildeten Freiwilligenverbände gegen den von Franco angeführten Staatsstreich und dessen von Hitler und Mussolini unterstützte Verbände. Schriftsteller Erich Weinert textete die deutsche Fassung.