Die Justiz hat entschieden: Alte Synagoge in Gänserndorf bleibt

Erstellt am 28. Mai 2023 | 16:45
Lesezeit: 2 Min
Synagoge Gänserndorf
Die ehemalige Synagoge in der Bahnstraße sollte ursprünglich geschleift werden.
Foto: Schindler
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Das Bundesverwaltungsgericht gab jetzt dem Denkmalamt recht. Die Grünen jubeln: „Das Parkplatz-Projekt wird nun hoffentlich endlich verworfen.“

Freude herrscht derzeit bei den Grünen. Grund: Das Bundesverwaltungsgericht bestätigte jetzt die Entscheidung des Bundesdenkmalamtes, die ehemalige Gänserndorfer Synagoge und das dahinter liegende Rabbinerhaus unter Denkmalschutz zu stellen. Grünen-Bezirkssprecherin Stadträtin Beate Kainz: „Die beiden Gebäude, die schon seit 2018 unter Schutz stehen, befinden sich in Gemeindebesitz. Wir gehen davon aus, dass der ursprüngliche Plan, anstelle der Häuser einen Parkplatz zu errichten, endlich verworfen wird.“

Zur Erinnerung: Die Gemeinde hatte beschlossen, die beiden alten und desolaten Gebäude zu schleifen. Seit Jahren gibt es einen gültigen Abbruchbescheid. Durch die Entfernung der Häuser wollte die Stadt Raum für Parkplätze neben der Bahnstraße schaffen. Gegen diesen Plan liefen nicht nur die Grünen, sondern auch die Historikerin Ingrid Oberndorfer und ihr Verein „Freunde von Jüdischer Geschichte und Jüdischen Friedhöfen“ Sturm.

Kainz Sommer
Grünen-Stadträtin Beate Kainz kämpfte für den Erhalt des historischen Gebäudes.
Foto: Schindler

Warum? Die Kombination aus Synagoge und Rabbinerhaus sei mittlerweile nur noch in Gänserndorf erhalten. Somit handle es sich um ein wichtiges kulturelles Denkmal. „Würdigen, erhalten und sinnvoll nutzen – das ist die einzige mögliche Antwort auf die Frage, was hier künftig passieren soll“, betont Kainz. Die Synagoge war zuletzt ein Treffpunkt für Jugendliche und das Rabbinerhaus wurde als Kinderkrippe genutzt.

„Jetzt, nachdem die Gebäude jahrelang leer standen, muss natürlich investiert werden. Sie weiter verfallen zu lassen, wird durch den Denkmalschutz nicht mehr möglich sein“, erklärt die Grüne. Sollte die Gemeindeführung weiterhin an einem Abbruch festhalten, hat sie noch eine rechtliche Möglichkeit: Sie könnte gegen die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts eine außerordentliche Revision an den Verwaltungsgerichtshof erheben.