Bauer nach Anzeige wegen Ausbeutung entlastet. Behörden prüften die Landwirtschaft von Werner Magoschitz in Mannsdorf. Fazit: Feldarbeiter werden korrekt behandelt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 04. August 2021 (05:50)
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Der Vorwurf, die Arbeiter müssten auf den Maisfeldern wie Sklaven schuften, ging ins Leere.
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Wie die NÖN exklusiv berichtete , wurde Werner Magoschitz, Obmann der Marchfelder Spargelbauern, anonym bei verschiedenen Institutionen angezeigt. Der Vorwurf: Der Landwirt soll „moderne Sklaverei“ betreiben und seine Feldarbeiter (Rumänen, Slowaken, Polen) ausbeuten. Magoschitz wies die Anschuldigungen entschieden zurück. Jetzt stehen auch die Prüfungsergebnisse der Behörden fest: Der Bauer habe stets korrekt gehandelt. Ihm sei absolut nichts vorzuwerfen.

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Kann wieder lachen: Spargelbauer Werner Magoschitz wurde in allen Punkten entlastet.
privat

Zur Erinnerung: Die Schmähschrift ging an die Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf, die Landarbeiterkammer, das Arbeitsinspektorat und an die NÖN. Die Vorwürfe im Detail: Magoschitz‘ Landarbeiter sollen von 6 Uhr morgens bis 18 Uhr ohne WC, frische Getränke und Unterstand bei Sonne oder Regen wochenlang durch die Maisfelder „gejagt“ werden.

Es gebe keine Pausen bzw. Ruhezeiten und die Arbeiter würden nur einen Hungerlohn bekommen, wobei auch noch etwas für die Unterkunft abgezogen werde. Die Menschen müssten in alten Scheunen, Werkstätten oder Containern hausen – ohne Zugang zu medizinischer Versorgung.

Behörde konnten keine Mängel feststellen

Die erste Behörde, die ihre Untersuchung des Falles abschloss, war die NÖ Land- und Forstwirtschaftsinspektion. Leopold Fegerl: „Im Rahmen unserer Prüfung haben wir nichts Negatives feststellen können. Sowohl die Unterkünfte der Arbeitnehmer als auch die Lohnabrechnungen waren in Ordnung.“

Die Landarbeiterkammer – sie ist keine Behörde, sondern eine Interessensvertretung – war ebenfalls vor Ort. „Wir haben mit den Arbeitern gesprochen. Die meisten sind schon seit über zehn Jahren bei der Firma Magoschitz und mit ihrem Job zufrieden. Auch wir haben keinen Anhaltspunkt gefunden, dass etwas rechtlich nicht in Ordnung ist“, heißt es vonseiten der Kammer.

Auch die Bezirkshauptmannschaft untersuchte den Fall. BH-Stellvertreter Wolfgang Merkatz am Montag vor Redaktionsschluss: „Wir haben unser Ergebnis der Land- und Forstwirtschaftsinspektion geschickt und warten noch auf eine Antwort.“ Vorher könne Merkatz nichts sagen. Übrigens: Wer das Pamphlet verschickt hat, weiß niemand. Spekuliert wird natürlich viel, Beweise gegen den Denunzianten gibt es aber keine.