73,9 Prozent sagten „Nein“. Sonntag wurde über geplante Querung abgestimmt. Ein Großteil war dagegen. Wahlbeteiligung lag bei 64,77 Prozent.

Von Nina Wieneritsch. Erstellt am 23. September 2014 (10:32)
Vergangenen Sonntag stimmte die Bevölkerung der Großgemeinde Angern darüber ab, ob die geplante March-Querung errichtet werden soll.
NOEN, Zoomvp
„Das Brückenprojekt ist gestorben“, brachte es VP-Landtagsabgeordneter René Lobner kurz nach der Volksbefragung auf den Punkt. Mit 73, 9 Prozent der Wählerstimmen wurde das Projekt „March-Brücke am Fährenstandort“ für nichtig erklärt. Dabei, so SP-Bürgermeister Robert Meißl, habe man im Vorfeld durchaus etwas Angst gehabt, habe die ÖVP doch in letzter Zeit stark die Vorteile einer Brücke am Fährenstandort propagiert.

Umso größer war die Freude aufseiten der Roten bei Bekanntgabe des Ergebnisses: „Ich freue mich, dass so abgestimmt wurde. Das Ergebnis ist ein klarer Auftrag der Bevölkerung“, so Meißl. Vor allem die Ergebnisse in den Wahlsprengeln 1 und 2, also jenen Regionen, in denen die Bevölkerung am massivsten von einer Brücke betroffen gewesen wäre, würden für sich sprechen: Dort stimmten rund 80 Prozent gegen die geplante Querung.

Ergebnis nicht sonderlich überraschend

Lobner: „Ich persönlich hätte das Projekt als eine Chance für die Gemeinde und die Region gesehen. Aber die Bevölkerung hat anders gestimmt und das ist zu respektieren.“ In Anbetracht der eher niedrigen Wahlbeteiligung, so Lobner, sei das Ergebnis aber nicht sonderlich überraschend.

Allerdings sei das Ergebnis insofern bemerkenswert, als die Befragung im Jahr 2007, als alle Parteien für die March-Brücke einstanden, positiv war. „Mit der Argumentation, dass ein südlicher Standort möglich sei, hat man die Bevölkerung in die Irre geführt“, so Lobner.

Ob das Ergebnis das endgültige Aus für die Brücke bedeute? Meißl: „Ich bin nach wie vor für den südlichen Standort mit einer Umfahrung von Tallesbrunn.“ Man werde diesbezüglich schauen, mit dem Land NÖ bald etwas zustande zu bringen.

„In dieser Periode sicher nicht möglich“

Lobner: „Ein Projekt südlich von Angern ist in dieser Förderperiode (diese dauert noch bis 2020, Anm.) nicht durchführbar.“ Weil das Budget seitens des Landes, das eigentlich für die March-Brücke am Fährenstandort gedacht war, nun anderweitig eingesetzt werden muss, weil es sonst nicht mehr für die Region reserviert ist, werde man sich schon in den nächsten Tagen zusammensetzen, um neue Projekte zu bedenken.

Grünen-Landtagsabgeordnete Amrita Enzinger geht davon aus, dass es irgendwann eine Brücke geben wird, denn diese sei für die Region wichtig, aber: „Die Befragung hat eindeutig gezeigt, dass die Bevölkerung in die Überlegungen eingebunden werden möchte.“ Trotzdem seien im Vorfeld oft überspitzte negative Ängste geschürt worden und die Vorteile der Brücke nicht genug im Vordergrund gestanden, so Enzinger.

Auch in Zahorska Ves abgestimmt

Die FP zeigt sich über das Ergebnis erfreut. „Unser örtlicher Gemeinderat Stefan Nikl hat von Haus aus initiiert, die Anwohner über die Brücke befragen zu lassen. Das Schönreden der EU-hörigen Landesregierung hilft nichts – das Volk weiß, was es möchte und was das Beste für seine Region ist“, so Bezirksobmann Herbert Steindl. Geschäftsführender Bezirksobmann René Azinger: „Die örtliche Bevölkerung hat der VP ebenso wie der EU gezeigt, dass man sie nicht für dumm verkaufen oder überfahren kann.“ Übrigens: Auch in Zahorska Ves wurde am Sonntag über die Brücke abgestimmt. 58,62 Prozent waren dort dagegen.

Ergebnis

• Gesamt
Wahlbeteiligung: 64,77 %
Ungültige Stimmen: 0,24 %
Gültige Stimmen: 99,76 %
Für die Brücke: 26,10 %
Gegen die Brücke: 73,90 %

• Sprengel 1: Angern
Dafür: 16,75 %
Dagegen: 83,25 %

• Sprengel 2: Angern
Dafür: 20,90 %
Dagegen: 79,10 %

• Sprengel 3: Mannersdorf
Dafür: 33,34 %
Dagegen: 66,66 %

• Sprengel 4: Ollersdorf
Dafür: 34,61 %
Dagegen: 65,59 %

• Sprengel 5: Stillfried-Grub
Dafür: 26,28 %
Dagegen: 73,72 %