Deponie: Betreiber lenken ein. Pannonia milderte Antrag ab, Gegner der Ablagerungsstätte sind aber mit Kompromiss nicht zufrieden und kämpfen weiter.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 13. Februar 2021 (04:30)
In der Schottergrube bei Breitensee soll eine Baurestmassedeponie entstehen. Die Bürgerinitiative BUM (Breitensee und Marchfeld) kämpft dagegen an und sammelte Einsprüche. 
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Die geplante Baurestmassedeponie der Pannonia in der Nähe von Breitensee sorgt weiter für Aufregung in der Gemeinde. ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt sowie die Bürgerinitiative BUM (Breitensee und Marchfeld) wollen die Deponie verhindern, kämpfen dabei aber nicht immer Seite an Seite (die NÖN berichtete). In einer auf Ersuchen der Pannonia Umwelttechnik Gmbh vom Umweltanwalt des Landes organisierten Videokonferenz trafen nun die Projektbetreiber mit den Gegnern aus der BUM, Haupt und der Umweltorganisation Virus rund um Wolfgang Rehm zusammen.

Thomas Tychtl, Geschäftsführer der Pannonia Kiesgewinnung, berichtete der NÖN: „Aus unserer Sicht sind es drei wesentliche Punkte, die den Gegnern ein Dorn im Auge sind: Die Lagerung von Asbestmaterial, die Betriebszeiten auch am Wochenende sowie die Eröffnung einer Deponie im Jahr der Landesausstellung in Marchegg“, fasst Tychtl zusammen. Die Landesausstellung wirbt mit dem Slogan „Wunderwelt Natur“, was für die Gegner nicht mit der Errichtung einer Deponie zusammenpasst.

„Deswegen sind wir den Gegnern entgegengekommen: Wir werden kein Asbest ablagern, die Deponie wird nur von Montag bis Freitag und nicht vor 2023 in Betrieb sein“, so Tychtls Kompromissvorschlag. Dieser wurde aber nicht angenommen.

„Die grundlegenden Probleme bleiben“

„Diese Änderungen stellen sicherlich Verbesserungen im Sinne einer Abmilderung der Projektwirkungen und des Gefahrenpotenzials dar – die grundlegenden Probleme des ungeeigneten Standortes sowie der Auswirkungen eines für eine wahrliche Naturhauptstadt wie Marchegg besonders unpassenden Deponiebetriebes bleiben bestehen“, argumentiert Rehm.

ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt will die Deponie weiterhin mit allen Mitteln verhindern.
NÖN-Archiv, Archiv

Das Marchegger Image, das zum Konzept der Wunderwelt Natur geführt habe, ist laut Rehm ein anderes und ende nicht mit Ablauf der Ausstellung. Vor allem aber blieben weitere bedenkliche Abfallarten im Antrag und seien diese im Gegensatz zu Asbest auch grundwasserrelevant. Abgesehen von der Belastung durch Lärm und Luftschadstoffe sei es aber gerade die hydrogeologische Situation und Dokumentation, wo das Projekt nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen würde. Die im nach Zurückziehung und Neubeantragung bereits zweiten Durchgang von 600 auf ca. 750 noch weiter angestiegene Zahl von Einwendungen zeige, wie unerwünscht das Projekt sei.

Auch Haupt positionierte sich kritisch und wies darauf hin, dass sich die seinerzeit von der Stadtgemeinde mit den Rechtsvorgängern abgeschlossene Vereinbarung über die Zufahrt ausschließlich auf den Schotterabbaubetrieb beziehen, nicht jedoch einen Deponiebetrieb umfassen würde.

Die Bürgerinitiative BUM ist mit Haupts Verhalten dennoch nicht zufrieden und unterstellt ihm in einem offenen Brief, „die im Gemeinderat beschlossene Ablehnung des vorgesehenen Deponiebetriebes nicht zu unterstützen“. Das streitet Haupt vehement ab und versichert, weiterhin alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um die geplante Deponie zu verhindern: „Ich habe auch schon mit Vertretern der BUM gesprochen und ihnen gesagt, dass das, was sie machen, ein Blödsinn ist. Ich bin nicht der Feind“, stellt Haupt klar.

Nach dem klärenden Gespräch mit den BUM-Vertretern seien die Unstimmigkeiten nun aus der Welt geräumt: „Wir ziehen jetzt am gleichen Strang“, versichert Haupt abschließend.