Empörung über Baumfällung. Dass der Holzriesen im Schlosspark sterben mussten, ärgert Bürger in Marchegg. Stadtchef Gernot Haupt argumentiert mit Gefahr.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 08. September 2021 (04:50)

Als im Schlosspark kürzlich alte Kastanienbäume gefällt wurden, sorgte das bei einigen Marchegger Bürgern für großen Unmut. Auch Grünen-Stadtrat Georg Steiner schaltete sich in die Diskussion ein und stellte einen Antrag auf Auskunft nach dem Umweltschutzgesetz. ÖVP-Bürgermeister Gernot Haupt wiederum verteidigt die Fällungen, die Bäume seien alt, krank und eine Gefahr für die Bevölkerung gewesen.

„Jetzt wurde für den Radweg schon fast die gesamte Allee am Bahnhof gerodet, jetzt mussten auch noch diese schönen Kastanien weichen, weil sie dort nicht hinpassen und die Mauern kaputt machen“, beschwert sich ein Marchegger: „Bei den Bäumen haben viele Marchegger als Kinder Kastanien gesammelt“, ergänzt der Mann hörbar traurig.

Ein Baum fiel sogar von selbst

Haupt kontert: „Die Bäume hatten teilweise nur noch eine Wandstärke von vier Zentimetern, das war bei Weitem nicht mehr verkehrssicher.“ Man habe über sechs Monate sämtliche erforderlichen Genehmigungen eingeholt – vom Baumsachverständigen der Gemeinde über die Naturschutz- und Artenschutzabteilung.

Alle seien sich einig gewesen, dass die Bäume eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellten, berichtet der Stadtchef: „Während des Prozesses ist sogar ein Baum, an dem nicht gearbeitet wurde, umgefallen. Da war viel Glück dabei, dass nichts passiert ist. Ich mag selbst Bäume, aber man kann nicht alle erhalten.“

Bürgermeister verspricht Aufforstung

Auch bei einem Fest vor einiger Zeit sei fast ein Unglück passiert: „Da ist ein Ast abgebrochen und nur knapp neben dem Festzelt auf den Boden gekracht“, erinnert sich Haupt: „Ein Baum stand direkt neben dem Spielplatz, neben einer Parkbank, wo die Eltern ihre Kinder beaufsichtigen. Wenn da etwas passiert wäre ...“

Selbstverständlich würde für die gefällten Bäume aufgeforstet werden: „Es wird auch künftig noch genug Möglichkeiten für die Bevölkerung geben, in Marchegg Kastanien zu sammeln.“