FP ortet Skandal, Ortschef beruhigt. Marcheggs VP-Bürgermeister steht im Visier der FP, weil er frühe Angelobung wünscht.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 11. September 2019 (03:33)
FPÖ
Dieter Dorner

Einen „demokratiepolitischen Skandal“ ortet die FP, konkret der Landtagsabgeordnete Dieter Dorner, angesichts eines Briefes, der von der Stadtgemeinde Marchegg an die potenziellen Wahlbeisitzer erging. Laut FP bedrohte Marcheggs VP-Bürgermeister Gernot Haupt freiheitliche Beisitzer und droht ihnen mit dem „rechtswidrigen Ausschluss aus den Wahlbehörden“.

Dorner habe eine schriftliche Beschwerde bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf eingereicht. „Weitere Schritte behalte ich mir ausdrücklich vor. Sofern Haupt Anstand und Charakter hat, entschuldigt er sich für sein Fehlverhalten. In dieser Art und Weise und vor allem in diesem Ton geht man nicht mit freiwilligen Wahlhelfern um“, fordert Dorner.

Haupt versucht zu beruhigen: „Ja, es gab einen Brief der Gemeinde, in dem – zugegebenermaßen in schärferem Ton – die Wahlbeisitzer aufgefordert wurden, sich zu melden, um sie für die Wahl angeloben zu können.“ Es habe bereits zwei Termine gegeben und Haupt will die Angelobungen frühzeitig erledigt wissen, um unnötigen Stress am Wahltag zu vermeiden. Der Text sei allerdings nicht speziell an die FP-Beisitzer ergangen, sondern an alle. „Also auch an meine Leute“,betont Haupt, der findet: „Wenn jemandem die Demokratie am Herzen liegt, sollte er sich doch auch die paar Minuten nehmen können, um sich bei mir angeloben zu lassen.“