Bei blutigem Streit: Messeropfer stellte sich tot

Drogensucht soll Auslöser für Angriff auf Freund gewesen sein. 27-jähriger Hainburger wegen Mordversuchs angeklagt. Er beteuert seine Unschuld: „Wunde nicht tief.“

Erstellt am 12. November 2018 | 20:17
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Angriff mit einem Steakmesser: Die Verhandlung am Landesgericht Korneuburg wurde nach NÖN-Redaktionsschluss eröffnet.Shutterstock/Fuhrmann
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/Fuhrmann

Am Dienstag musste ein 27-jähriger Hainburger, der einen Freund aus Marchegg im Februar mit einem Messer verletzte ( die NÖN berichtete, siehe hier und unten), wegen dieses Delikts vor das Schwurgericht treten. Zuvor waren noch neue Details über einen möglichen Tathergang bekannt geworden.

„Plötzlich hatte er ein Steakmesser in der Hand“

Die Version des Opfers aus Marchegg klingt dramatisch: „Wir haben am Vortag in meiner Wohnung Suchtgift konsumiert. Am nächsten Tag wollte mein Freund wieder Drogen besorgen.“ Er sei von seinem Bekannten brüsk aufgefordert worden, diesen nach Wien oder zu einem Hainburger Hotel zu chauffieren. Er habe diesem aber lediglich den Weg zum Marchegger Bahnhof erklärt. Als der Hainburger den Zug verpasst habe, sei er wütend zurückgekommen.

Der Marchegger erinnert sich: „Wir haben gestritten, plötzlich hatte mein Bekannter ein Steakmesser in der Hand. Er stach mir die Klinge zwei Zentimeter tief zwischen Hals und rechten Nacken.“ Weil dieser nicht kräftig zugestochen habe, seien keine großen Blutgefäße oder Nervenäste verletzt worden. Das Opfer schildert die bangen Momente: „Ich bin in die Badewanne gefallen und habe mich tot gestellt.“

Der Angreifer habe daraufhin 180 Euro aus der fremden Geldbörse entwendet und sei mit dem Auto des vermeintlich Getöteten geflüchtet. Der Verletzte holte seinen Stiefvater zu Hilfe, dieser begleitete ihn zur ärztlichen Versorgung ins Spital.

Das Fahrzeug konnte die Polizei in der Nähe des Tatorts sicherstellen. Der Beschuldigte stellte sich fünf Tage nach dem Angriff der Polizei. Die Anklage lautet auf Mordversuch, Diebstahl und unbefugten Gebrauch eines Fahrzeuges.