Nach Drogentod von 14-jährigem Mädchen: 18-Jähriger wurde verurteilt

Erstellt am 13. August 2022 | 04:43
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Foto: Von 3drenderings, Shutterstock.com
Nach Drogentod von 14-Jähriger in Marchegg: Ein Jahr unbedingte Haft.
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Nach dem Drogentod einer 14-Jährigen im März in Marchegg stand ein 18-Jähriger in Korneuburg vor Gericht und wurde schuldig gesprochen, es unterlassen zu haben, der Jugendlichen Hilfe zu leisten. Weiters wurde er wegen versuchten Einbruchsdiebstahls und nach dem Suchtmittelgesetz verurteilt. Der Ungar erhielt nicht rechtskräftig ein Jahr unbedingte Haft.

Zur Erinnerung: Die 14-Jährige hatte sich am 26. März gegen 18 Uhr nach Drogenkonsum in einem lebensbedrohlichen Zustand befunden und war nicht mehr ansprechbar. Der in Niederösterreich wohnende Ungar soll laut Staatsanwaltschaft die Jugendliche gefilmt haben, die Rettung verständigte er nicht. Als er am Vormittag des 27. März den Notruf wählte, kam für die 14-Jährige jede Hilfe zu spät.

Sie war an einer Überdosis gestorben. „Die unterlassene Hilfeleistung war nicht ursächlich für den Tod des Mädchens“, bezog sich der Richter auf das Gutachten des gerichtsmedizinischen Sachverständigen Wolfgang Denk. Der in U-Haft sitzende 18-Jährige stritt die Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung und des versuchten Einbruchsdiebstahls in einen Pfarrhof ab. Er gab Sachbeschädigung und die Weitergabe von einem Gramm Cannabis zu. Darüber hinaus entschlug er sich der Aussage. In seinen Schlussworten entschuldigte er sich bei den Eltern der Toten.

14-Jährige war um 8.30 Uhr leblos: Notruf um 9.24 Uhr

Laut Aussage des 18-Jährigen bei der Polizei hatte er die Freundin am 26. März vom Bahnhof abgeholt, dann hatten sie Drogen konsumiert. Als es ihr schlecht ging, habe er sie gerüttelt, sie habe unregelmäßig Laute von sich gegeben. Dann habe sich ihr Zustand gebessert. Als er am nächsten Tag gegen 8.30 Uhr aufwachte, fand er die 14-Jährige leblos vor. Im Schock habe er eine Reanimation versucht, bevor er um 9.24 Uhr einen Notruf absetzte.

Zum Vorwurf des Einbruchsdiebstahls berichtete ein Pater, dass im Februar eine Scheibe der Terrassentür des Pfarrhofes eingeschlagen war. Wertgegenstände (Laptop, Geldbörse und Bankomatkarte) seien noch da gewesen. Auf dem Glas befand sich Blut, ein DNA-Treffer führte zum Angeklagten. Der Beschuldigte habe wegen der Verletzung Abstand vom Diebstahl genommen, so der Einzelrichter.

Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger meldete volle Berufung, die Staatsanwältin Berufung wegen Strafe an.

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