Letzte Fragen gestellt... Brücke unerwünscht?. FP lud zur Info-Runde, bevor die Marchegger am 19. Februar über das heiß diskutierte Bauprojekt abstimmen.

Von Erwin Nußbaum. Erstellt am 16. Februar 2017 (05:33)
NÖ Landesregierung
Ein Dauerbrenner und Zankapfel in der Storchenstadt: Die Rad-Brücke über die March, wie von den Verantwortlichen beim Land NÖ visualisiert.

Noch Fragen? Am Donnerstag vergangener Woche ging in den Räumlichkeiten des Heurigens Falmbigl die von der städtischen FPÖ anberaumte öffentliche Diskussions-Veranstaltung zum Brückenbau-Projekt in der Storchenstadt über die Bühne – das Thema bleibt ein Dauerbrenner.

Zur Erinnerung: FP-Obfrau Patrizia Postl-Türk hatte der NÖN gegenüber schon nach dem kurz zuvor erfolgten zweiten Radbrücken-Bürgerforum ihrem Unmut über die Form die Veranstaltung Luft gemacht – vor allem die fehlende Möglichkeit, VP-Bürgermeister Gernot Haupt vor versammelter Menge offene Fragen zu stellen, war ihr damals sauer aufgestoßen: „Wie sollen die Bürger informiert werden, wenn Fragen nicht offen gestellt werden können?“

„Hier wird unbedacht eine Brücke gebaut"

Zurück zum Thema: Zur großen Zufriedenheit der Blauen hatten sich vergangene Woche neben Stadtchef Haupt auch viele Gemeinderäte und über hundert interessierte Bürger zur Diskussions-Runde eingefunden. Darunter waren viele Gegner, aber auch zahlreiche Befürworter und einige Unentschlossene – alteingesessene Marchegger ebenso wie slowakische Neubürger und Schaulustige aus anderen Gemeinden.

Postl-Türk eröffnete die Veranstaltung und schoss dabei sofort scharf gegen den Bürgermeister: „Hier wird unbedacht eine Brücke gebaut. Selbst die Bürgerbefragung ist sinnlos, wenn bei unter 60 Prozent Beteiligung sowieso wieder der Gemeinderat entscheidet. Ist das nicht undemokratisch?“ Eine Antwort auf die Frage blieb Haupt schuldig, doch es sollte nicht die einzige bleiben, die es zu beantworten galt: Aus der angedachten Diskussionsrunde wurde nämlich rasch ein Frage-Antwort-„Spiel“ mit Haupt auf der einen und Bürgern auf der anderen Seite.

Bürger beteiligten sich an der Diskussion

Einige der Bürger nutzten die Chance, ihre Meinung zum Projekt offen in den Raum zu stellen: „Hier wird die Frage falsch gestellt. Ich als Marchegger bin gegen eine unkontrollierte Brücke, aber sehr wohl für eine grenzübergreifende Verbindung – ein Fährbetrieb wäre dafür die ideale Lösung.“ Einer stellte sogar eine provokante Frage an die Gäste: „Die ganze Diskussion um die Steigerung der Tourismuszahlen ist unwichtig. Eigentlich sollten wir uns fragen: ‚Wollen wir grundsätzlich, dass Leute rüberkommen?‘ Haben wir Angst vor den Nachbarn?“