Wieder Kritik an Spital. Angeblich musste ein 87-jähriger Marchegger mit Verdacht auf Lungenembolie neun Stunden auf ärztliche Betreuung warten. Krankenhaus-Sprecherin dementiert.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 08. März 2018 (05:29)
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FP-Bezirksparteiobmann Herbert Steindl fordert ein Spital für den Bezirk Gänserndorf.
NÖN

Mit Atemnot wurde ein 87-jähriger Marchegger angeblich am Freitag, 23. Februar, von seiner Tochter samt deren Gatten zu einem Lungenfacharzt gebracht, der ihn ins Mistelbacher Spital überwies. Bei dem Mann bestand der Verdacht auf Lungenembolie, ohne dringend nötiger Behandlung liegt die Lebenserwartung bei wenigen Stunden.

Nach der Ankunft im Spital der Schock: „Unser Opa wurde um 17.30 Uhr in die Notaufnahme eingeliefert. Um 22 Uhr wurde uns von der Schwester gesagt, es seien zehn Patienten vor ihm“, so der Schwiegersohn. Die erste Untersuchung durch einen Arzt erfolgte demnach erst um 2.35 Uhr. „Die dort arbeitenden Leute können nichts dafür, wenn es zu wenig Ärzte gibt. Mein Vater wurde immer schwächer“, berichtet die Tochter.

„Da offensichtlich selbst bei den Ausweichspitälern zu wenig Personal und Betten vorhanden sind, kann ich nur einmal mehr darauf verweisen, dass unser Bezirk dringend eigene medizinische Notversorgung mit ausreichender Kompetenz benötigt“, sagt FP-Bezirksparteichef Herbert Steindl, an den sich die Betroffenen wandten.

Das Spital beschreibt den Sachverhalt anders: „Der Patient wurde am 19. Februar und nicht, wie beschrieben, am 23. eingeliefert. Dann erfolgte sofort nach Eintreffen eine Ersteinschätzung durch eine geschulte Pflegeperson sowie bereits nachweislich nach zehn Minuten eine erste Untersuchung durch den diensthabenden Arzt“, so Sprecherin Barbara Schindler-Pfabigan. Außerdem seien kurz nach seinem Eintreffen Blutabnahme, EKG und Thoraxröntgen durchgeführt worden. Der Verdacht auf Lungenembolie schien nicht auf der Zuweisung des Facharztes auf und bestätigte sich auch nicht.

„Der Patient wurde bis zur Aufnahme auf die Station in der Notfallaufnahme bestens ärztlich und pflegerisch betreut, eine Woche stationär aufgenommen und sein bekanntes Lungenleiden sowie weitere Erkrankungen therapiert“, so Schindler-Pfabigan abschließend.