Attacken im Zug: Randalierer muss in Haft. Dass er Zugbegleiter und Beamte attackiert hatte, hörte Iraker nicht gerne.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 27. November 2018 (11:12)
Neben Widerstand gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung wurde der Vorbestrafte auch wegen Verleumdung verurteilt. Er wandert für sechs Monate hinter schwedische Gardinen.
Symbolfoto: Shutterstock/MR.Yanukit

„Ich wollte nur einen Ausflug in die Slowakei machen und setzte mich in den Zug. Weil ich nicht wusste, wie ich zu einem Ticket komme, wollte ich es beim Schaffner kaufen. Der war aber unfreundlich und hat mir keines gegeben. In Siebenbrunn musste ich den Zug verlassen“, schilderte der Iraker (24) vor Gericht und beteuerte, der Schaffner habe ihn beschimpft, geschubst und da habe er sich nur an dessen Tasche festgehalten.

„Ich stand am Bahnsteig, da stürmte er plötzlich schimpfend auf mich zu“Der  Zugbegleiter im Zeugenstand

„Ich habe ihn nicht geschubst. Er war schon ausgestiegen, da packte er mich am Gurt und wollte mich aus dem Zug zerren. Er bespuckte mich und trat her, aber ich konnte ausweichen. Er wollte nicht verstehen, dass es im Nahverkehr kein Ticket im Zug zu kaufen gibt. Zur Sicherheit informierte ich die Polizei, dann war die Sache für mich erledigt“, schilderte der Zugbegleiter im Zeugenstand und erzählte seufzend weiter: „Das habe ich zumindest gedacht. Aber in Marchegg ging es weiter. Ich stand am Bahnsteig, da stürmte er plötzlich schimpfend auf mich zu. Nach einer Spuckattacke griff zum Glück die alarmierte Polizei ein und nach tumultartigen Szenen wurde er abgeführt.“

„Er hat wild um sich geschlagen, getreten und gespuckt, bis wir ihn zu Boden gebracht haben“, schilderten die Polizisten, zwei von ihnen trugen bei der Festnahme Verletzungen davon.

„Keiner hat mir geholfen, ich habe mich nur gewehrt“, entgegnet der Iraker und behauptete dann: „Ich wurde von den Polizisten auch geschlagen.“

Diese Anschuldigung brachte dem 24-Jährigen neben Widerstands gegen die Staatsgewalt und Körperverletzung auch eine Verurteilung wegen Verleumdung ein: Der vorbestrafte Iraker wurde zu 20 Monaten, davon muss er sechs Monate hinter Gitter absitzen, verurteilt.