Dammsanierung: Schutzwall wächst an . Trotz kurzer Unsicherheit wegen Schwarzstorch und Wespenbussard gehen Bauarbeiten laut viadonau zügig voran. Das Projekt soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 26. Mai 2018 (04:40)
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Rekultivierung am inneren Künettendamm bei Stopfenreuth.
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Seit Oktober 2017 setzt viadonau für die Donauhochwasserschutz-Konkurrenz (DHK) im Rahmen des Sanierungsgroßprojekts „Hochwasserschutz Donau – Marchfeldschutzdamm“ mehrere Baulose in den Bereichen Schönau bis Witzelsdorf und Stopfenreuth bis zur Rußbachmündung um. Trotz empfindlicher Kälteeinbrüche konnten die Bauarbeiten im Umfeld des Nationalparks Donau-Auen über die Wintermonate zügig voranschreiten.

Während in Mannsdorf bereits die Arbeiten an der Dichtwand begonnen haben, sind die Erdbauarbeiten in Stopfenreuth am inneren Künettendamm sowie in Engelhartstetten am Marchfeldschutzdamm ebenfalls angelaufen. Um die Beeinträchtigung der seit Frühlingsbeginn neu erwachenden Tierwelt, aber auch bauliche Verzögerungen so gering wie möglich zu halten, werden in enger Abstimmung mit dem und unter Einbeziehung des Nationalparks sowie der betroffenen Gemeinden ökologisch verträgliche Lösungen umgesetzt. Dabei ist es notwendig, schnell auf neue Situationen zu reagieren – dies war zuletzt für den Schutz des Wespenbussards und des Schwarzstorchs erforderlich (die NÖN berichtete).

Die Herstellung von vliesummantelten Kiessäulen am Marchfeldschutzdamm bei Engelhartstetten mit schwerem Gerät.
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Für sie war im Einreichprojekt während der Balz- und Brutzeit ursprünglich die Errichtung von Horstschutzzonen vorgesehen (Bereiche um den Horst, wo Bauarbeiten vorübergehend eingestellt werden, Anm.). Eine Horstkartierung ergab jedoch, dass fast zehnmal mehr mögliche Bruthorste, als ursprünglich angenommen, entlang der Hochwasserschutzdämme vorhanden ist. Die Aktivierung der Schutzzonen für alle Horste hätte zu einer Einstellung von Baulosen über mehrere Monate geführt. Da nur ein geringer Teil tatsächlich genutzt werde, sei eine Aktivierung von Horstschutzzonen nicht sinnvoll.

Ökologische Ersatzmaßnahmen zielen auf die individuellen Bedürfnisse der Vogelarten. So sollen Förderprojekte den Erhalt von Schwarzstorch und Wespenbussard im Projektgebiet gezielt unterstützen und zugleich ihre Robustheit gegenüber möglichen Beeinträchtigungen durch das Sanierungsprojekt stärken.

So konnten die Bauarbeiten an den Rußbachdämmen bereits Anfang April begonnen werden, nach Beendigung der Vorbereitungsarbeiten starteten Ende April die Erdbauarbeiten im Gemeindegebiet von Loimersdorf. Am Schönauer Rückstaudamm soll im Herbst die Umsetzung eines weiteren Bauloses folgen. Die funktionale Fertigstellung des Hochwasserschutzes soll plangemäß bis Ende 2020 erreicht werden.