Hochwasserschutz: Bescheide zur Sanierung sind da. Die wasser-, naturschutz- und nationalparkrechtlichen Genehmigungen sind eingetroffen. Die NÖN traf Nationalpark-Direktor Carl Manzano zum Exklusiv-Interview.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 10. Mai 2017 (05:00)
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Nationalpark-Direktor Carl Manzano mit den Bescheiden: „Der Druck der Politik war wichtig, der Nationalpark soll aber nicht der ,Sündenbock‘ sein.“
NOEN, Havranek

Kollektives Aufatmen im Marchfeld: In der Vorwoche flatterten die sehnlichst erwarteten ausständigen Bescheide für die notwendige Sanierung des Donau-Hochwasserschutzdammes (die NÖN berichtete) den zuständigen Stellen ins Haus. Die Ausschreibungen zur Vergabe laufen, am 2. Oktober soll die Sanierung starten.

Die NÖN traf Carl Manzano, den Direktor des Nationalparks Donau-Auen, zum ausführlichen Interview.

NÖN: Bedeuten diese Bescheide nun endgültig, dass die Dammsanierung fix ist?

Manzano: Nun ja, zunächst gibt es eine vierwöchige Einspruchsfrist, ich erwarte aber nicht, dass jemand diese nutzt – der Nationalpark wird es jedenfalls nicht tun. Es muss allerdings eine Ausschreibung für die Arbeiten erfolgen. Da kann es schon passieren, dass eine Firma das Ergebnis beeinsprucht. Beim March-Damm war das aber auch nicht der Fall. Mit den Rodungsarbeiten wird jedenfalls schon im Herbst begonnen werden.

Wie sind Sie – aus Sicht des Nationalparks – mit der aktuellen Lösung zufrieden?

Manzano: Es wurden bei der Sicherheit keine Abstriche gemacht, alles ist am letzten Stand der Technik: Dichtwand, Kiessäulen und auch der Begleitstreifen, der gerodet werden muss. Für uns war die Frage immer nur, wie wir die negativen Auswirkungen, die durch den Bau entstehen, durch Maßnahmen und Auflagen minimiert werden können. Immerhin bestimmt der jetzige Bau wahrscheinlich die Verhältnisse für die nächsten 100 Jahre.

In der teilweise sehr hitzigen Diskussion um die Dammsanierung hatte man teilweise den Eindruck, dem Nationalpark wurde der „schwarze Peter“ zugeschoben.

Manzano: Ich habe auch damals zur NÖN gesagt, dass wir den Bau nicht verhindern wollen. Hochwasserschutz ist notwendig und niemand will einen Dammbruch. Aber unsere Aufgabe als Nationalpark ist es nun einmal, diese einzigartige Landschaft bestmöglich zu erhalten und zu schützen.

Ist der Nationalpark Schuld an der Verzögerung des Baus?

Manzano: Ein derart schwerwiegender Eingriff muss so sorgfältig wie möglich geplant werden – und das ist uns gelungen. Wir sind der „Anwalt der Natur“ und wollten daher alle vermeidbaren Schäden minimieren. Dass dadurch der Zeitplan verzögert wurde, glaube ich nicht. Meines Wissens konnten auch Finanzierungsfragen und Probleme mit Grundbesitzern aus dem Weg geräumt werden, was ein komplizierter, aber notwendiger Prozess war. Es war wichtig, dass die Politik Druck gemacht hat – auch wenn die Suche nach einem „Sündenbock“ nicht sinnvoll war.

Aber nun kann alles den geplanten Weg gehen?

Manzano: Das hoffe ich. Aber es tauchen immer wieder Fragen auf, beispielsweise wird die Dammsanierung „landseitig“, also nicht auf der Donauseite, Auswirkungen auf das Grundwasser haben, weil die Dichtwände sozusagen den „Wassernachschub“ aus den Donau-Auen verhindern. Dieses Problem haben wir aufs Tapet gebracht und werden nun mit der via donau ein Projekt entwickeln.

Das komplette, ausführliche Interview lesen Sie in der aktuellen Printausgabe der Gänserndorfer NÖN sowie im ePaper.