Engpass: Sorge um Erdäpfel. Wetter und Schädlinge: Im Mai könnte es keine heimische Ware mehr geben.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. April 2019 (05:25)
Kamptner/LKNÖ
Vom Drahtwurm befallene Erdäpfel werden nicht als Speiseware vermarktet.

Heiß und trocken präsentierte sich das Wetter im vergangenen Jahr und hatte damit auf die Erdäpfelfelder im Marchfeld verheerende Auswirkungen. Nicht nur, dass die Erntemenge wesentlich geringer als in Durchschnittsjahren ausfiel – auch der Drahtwurm reduzierte die ohnehin kleine Menge nochmals um etwa 25 Prozent.

Der Grund: Befallene Knollen konnten nicht mehr als Speiseware vermarktet werden. 130.000 Tonnen gingen dem heimischen Markt dadurch verloren. Betrachtet man den aktuellen Pro-Kopf-Verbrauch in Österreich, verzehrt jeder rund 50 Kilogramm Erdäpfel pro Jahr. Das heißt: Allein mit der Menge, die man wegen der Drahtwurmlöcher aussortieren musste, hätte man rund 2,5 Millionen Österreicher ein ganzes Jahr lang versorgen können.

Fairness und Verständnis gefordert

Die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) geht davon aus, dass ab Mai nur noch vereinzelt österreichische Ware in den Supermarkt-Regalen liegen wird. Stärker denn je gelte es, darauf zu achten, was man kauft. Nur, wenn das AMA-Gütesiegel auf einer Verpackung zu sehen ist, könne man sich über die österreichische Qualität der Produkte sicher sein.

„Wenn jetzt Ware aus dem Ausland zu uns kommt, muss sichergestellt werden, dass diese nach denselben hohen Standards produziert wurde, wie sie auch von unseren Bauern verlangt werden“, so IGE-Obmann Franz Wanzenböck. „Es kann nicht sein, dass uns Betriebsmittel entzogen werden, die für die Produktion von Qualitätserdäpfeln nötig sind. Wenn wir nicht mehr dazu in der Lage sind, hochwertige Produkte zu erzeugen, kommen sie aus dem Ausland, wo die Maßstäbe nicht so hoch angelegt werden.“ Wanzenböck fordert daher Fairness und Verständnis, damit die Konsumenten auch in Zukunft österreichische Erdäpfel genießen können.

Die frühen Sorten für die Saison 2019 sind bereits gepflanzt. Die Erdäpfelbauern hoffen nun auf gute Wachstumsbedingungen, damit die Phase ohne eigene Marktversorgung möglichst kurz bleibt. Ab Anfang Juni sollte es dann wieder österreichische Erdäpfel in gewohnt guter Qualität im Handel geben – im Ab-Hof-Verkauf vielleicht sogar schon etwas früher.

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