Grünes Licht für Lobautunnel. Umweltverträglichkeitsprüfung wurde positiv abgeschlossen, Bau der Lobauquerung wird im Jahr 2019 beginnen. Asfinag muss zahlreiche Auflagen der Umweltschützer einhalten.

Von Michaela Fiala. Erstellt am 23. Mai 2018 (18:53)
Karin Renner, René Lobner, Dieter Dorner und Wolfgang Rehm
NÖN-Archiv

Neun Jahre lang lief das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) für die S1 und den Lobautunnel. Seit Mittwoch gibt es eine endgültige Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts: Die Außenring-Schnellstraße zwischen Süßenbrunn und Schwechat sowie der umstrittene 8,2 km lange Tunnel unter der Donau und dem Nationalpark Lobau dürfen gebaut werden. Die Beschwerden der Umweltschutzverbände wurden abgewiesen.

Die Asfinag verpflichtet sich, zahlreiche Auflagen einzuhalten und größtmöglichen Umwelt- und Anrainerschutz zu gewährleisten. So dürfen die Bauarbeiten nur an Werktagen zwischen 6 und 19 Uhr stattfinden. Weiters muss die Staubentwicklung mit Beregnungsanlagen eingedämmt werden. Und eine geräuschmindernde Waschbeton-Fahrbahn soll die Anrainer vor zu starker Lärmbelästigung schützen. Mit dem Bau der Querung soll schon im nächsten Jahr begonnen werden.

"Der Lobautunnel bringt eine unglaubliche Erleichterung"

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner aus Gänserndorf zeigt sich über den Gerichtsentscheid erfreut: „Der Lobautunnel bringt eine unglaubliche Erleichterung für die Verkehrsströme in der Region und mehrere zehntausend Pendler am Tag. Jetzt darf es zu keinen weiteren Verzögerungen mehr kommen.“

Die Donauquerung stelle die Grundlage und Voraussetzung dar, um den Ring um Wien (A1, A21, A22, S5, S33 und die geplante 19 km lange S1 im Nordwesten, Anm.) weiter zu schließen bzw. Niederösterreich und Wien besser zu verbinden. Die Region Marchfeld sei eine der am schnellsten wachsenden Regionen Europas. Sie würde durch den Verbindungsweg nachhaltig vom Verkehr entlastet werden. Der Bau bzw. Ausbau von S1 sowie S8 (Marchfeld-Schnellstraße) sollten möglichst rasch folgen.

"Wäre ein Meilenstein"

Auch die Dritte Landtagspräsidentin Karin Renner (SPÖ) aus Markgrafneusiedl ist mit dem Gerichtsurteil überaus zufrieden: „Es war höchste Zeit, eine Entlastung für Pendler und Anrainergemeinden muss so schnell wie möglich kommen. Sofern der Instanzenzug ohne Revision abgeschlossen wird und die Auflagen erfüllt werden, wäre dies ein Meilenstein hin zur Verwirklichung des Projekts S8.“ Eine gut ausgebaute höherrangige Verkehrsanbindung sei ganz essenziell für die wirtschaftliche Entwicklung des Bezirks und der Region Marchfeld.

FP-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner aus Untersiebenbrunn sieht Vorteile für Betriebe und Verkehrsinfrastruktur: „Die rasche Anbindung des Bezirks an das hochrangige Straßennetz ist Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Region.“ Langfristige Verkehrslösungen für das östliche Niederösterreich, einem Zentralraum Europas, könnten jetzt zügig umgesetzt werden.

"Bau bedeutet mehr Lebensqualität"

FPÖ-Verkehrsminister Norbert Hofer ist sich sicher: „Für Menschen in Raasdorf, Deutsch-Wagram, Strasshof, Gänserndorf oder der Wiener Donaustadt bedeutet der Bau mehr Lebensqualität, weil nach der Inbetriebnahme der Strecke dort täglich Zehntausende Fahrzeuge weniger unterwegs sein werden.“

Mit gemischten Gefühlen kommentiert hingegen der Marchegger Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation Virus die Entscheidung: „Unsere Beschwerden waren erfolgreich. Die Unterlagen mussten überarbeitet werden und es wurde eine Projektänderung vorgenommen.“

Für die Anrainer sei zwar Lärmschutz erkämpft worden, der Schutz des Grundwassers wäre aber offengeblieben. Es werde noch lange dauern, bis das Projekt über alle erforderlichen Bewilligungen verfüge. Es gäbe noch keine Anträge betreffend Wasserrecht und Naturschutz.