27-Jähriger vor Gericht: „Ich hab’ ihr wehgetan“. 27-jähriger Marchfelder soll Mutter seiner Tochter über zwei Jahre lang mit Tritten und Faustschlägen malträtiert haben: Sechs Monate bedingt nach Geständnis.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 03. April 2021 (04:26)
Von Mai 2018 bis November 2020 hat ein Marchfelder seine Lebensgefährtin mit Tritten, Faustschlägen und Würgen gequält.
NOEN, Von Mai 2018 bis November 2020 hat ein Marchfelder seine Lebensgefährtin mit Tritten, Faustschlägen und Würgen gequält.Symbolfoto Shutterstock/Tiko Aramyan

„Warum sind Sie gegenüber Ihrer Lebensgefährtin tätlich geworden?“, wollte Richter Martin Bodner am Landesgericht Korneuburg vom 27-jährigen Marchfelder wissen. „Sehr gute Frage“, erwiderte er, als würde er es selbst gerne wissen, um nach einem nachdenklichen Moment fortzufahren: „Das kann ich nicht beantworten.“

Vorgeworfen wurde ihm das Delikt der fortgesetzten Gewalt, die sich im Zeitraum von Mai 2018 bis November 2020 in Form von Tritten, Faustschlägen und Würgen der Mutter seiner kleinen Tochter äußerte.

In impulsiven und aggressiven Momenten schalte sich sein Hirn ab, sagte der gelernte Gärtner. „Ich hab‘ ihr wehgetan – und dafür muss ich zur Rechenschaft gezogen werden“, wollte der 27-Jährige seine Taten nicht beschönigen. Er sah die Ursache beziehungsweise Auslöser für die Übergriffe in der Geburt seines „ersten eigenen Kindes“. So habe es bei seinem Vater, der Mutter und ihm gegenüber auch angefangen, was ihn letztlich in ein Heim für schwer erziehbare Jugendliche brachte.

Seit 16. November 2020 besuche er regelmäßig eine Psychotherapie: „Damit ich mich vor meinen Handlungen nicht mehr fürchten muss.“ Er habe selbst so viel Gewalt erlebt, dass er sein Kind unbedingt schützen wolle. Diese Einlassung und das Faktum, dass er mit seiner Geständigkeit dem Opfer eine Aussage ersparte, führten zu dem Urteil von sechs Monaten bedingter Freiheitsstrafe.