Missbrauchsvorwurf: Kommt jetzt die Wahrheit ans Licht?. Prozess gegen Ex-Stadtrat geht diese Woche weiter. Klagender Bursch (15) muss nun vor den Richtern aussagen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:03)
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Justizanstalt Korneuburg
Löwenstein

Diesen Freitag geht der am 28. August vertagte Prozess gegen den ehemaligen Stadtrat, der einen minderjährigen Burschen sexuell missbraucht haben soll ( die NÖN berichtete ), weiter. Der 38-jährige Angeklagte – für ihn gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung – und sein Strafverteidiger Roland Friis sind weiterhin zuversichtlich, dass „das Gericht die richtige Entscheidung treffen wird“.

Gemeint ist ein Freispruch. Derzeit steht nämlich Aussage gegen Aussage, wobei der Angeklagte vehement seine Unschuld beteuert. Die Verhandlung wurde vertagt, weil noch weitere Zeugen und Sachverständigen zu Wort kommen sollen. Verteidiger Friis: „Der Bursch soll anderen Kids erzählt haben, dass er die Missbrauchsvorwürfe nur erfunden hatte, weil er bei meinem Mandanten nicht einziehen durfte und er sich deshalb an ihm rächen wollte.“

Bis jetzt gibt es die Aussage des Klägers lediglich auf Video, das im Zuge einer sogenannten kontradiktorischen Befragung aufgezeichnet wurde. Friis: „Nun wird er die Anschuldigungen live vor den Richtern wiederholen müssen.“ Übrigens, eine Vorgangsweise, die Verteidiger Friis in seiner zwölfjährigen Laufbahn erst einmal erlebte: „Gewöhnlich reicht die kontradiktorische Befragung. Aber offenbar sieht auch das Gericht in diesem Fall einige Ungereimtheiten.“