Debatte um Regions-Taxi in Deutsch-Wagram. !wir-Bürgerliste findet es zu teuer. VP-Stadtchef Quirgst kontert.

Von Robert Knotz. Erstellt am 05. Dezember 2019 (04:59)
Die anderen Beförderungslösungen kosten laut !wir genau so viel wie das „Marchfeld mobil“.
Symbolfoto: Shutterstock/Kurikawa

Heftige Kritik übt die !wir-Bürgerliste am „Marchfeld mobil“. Nach fünfmonatigen hartem Kampf habe man erreicht, dass VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst nun die aktuellen Beförderungszahlen für das Taxi herausgerückt habe. „Eine teure Lösung, die nur für wenige Menschen praktikabel ist“, resümiert !wir-Stadtrat Peter Lauppert.

Immerhin würde die finanzielle Beteiligung der Stadt für diese Beförderungsleistung rund 90.000 Euro pro Jahr betragen. Zwischen April und Oktober seien monatlich im Durchschnitt 308 Fahrten mit Bezug zu Deutsch-Wagram geleistet worden. Davon seien 205 Beförderungen im innerstädtischen Bereich, 105 Fahrten in und aus dem Bedienungsgebiet (Gemeinden, die sich ebenfalls an dieser Verkehrslösung beteiligen) und nur elf Fahrten ins Außengebiet (U-Bahn-Stationen Aderklaaer Straße und Seestadt, bzw. Groß-Enzersdorf, Schönkirchner Bad usw.) erfolgt.

"Die Vorwürfe sind unsinnig"

„Mit unserer Stadtbus-Lösung (!wir hatte im Jahr 2011 einen einwöchigen Probebetrieb aus eigener Tasche finanziert, Anm.) hatten wir eine Frequenz von rund 4.000 Fahrgästen, der von der ÖVP ins Leben gerufene Stadtbus kam immerhin auf 1.000 Beförderungen. Diese beiden Varianten hätten die Stadt jährlich ebenfalls 90.000 Euro gekostet. Nun zahlen wir genau diesen Betrag für 300 Fahrten“, schließt Lauppert. VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst verärgert diese Aussage: „Wie unsinnig die Vorwürfe sind, zeigt schon die Tatsache, dass Lauppert behauptet, fünf Monate um Beförderungszahlen gekämpft zu haben. Das zweite Quartal des Betriebs endete mit September und die Zahlen sind nicht bei der Stadtgemeinde, sondern bei ,ISTmobil‘, dem Betreiber des ,Marchfeld mobil‘.“

Verwundert zeigt sich auch VP-Stadtrat Johannes Kozlik über die Vorwürfe. „Die Stadt wird nach Abzug der Förderung durch das Land rund 60.000 Euro für das ,Marchfeld mobil’ bereitstellen“, so Kozlik. Die !wir-Lösung würde 300.000 Euro pro Jahr kosten und sei daher nicht finanzierbar. In den letzten Monaten seien rund 500 Fahrten pro Monat durch das Marchfeld mobil abgewickelt worden.

„Hotspots sind Fahrten zum Bahnhof, Lindenhof, Supermärkte sowie das Stadtamt“, so der Stadtrat. Er verwies auf die Rückerstattung von 1,80 Euro für jene Fahrgäste, die keine VOR-Karte besitzen.