Öko-Alarm: March-Biotope in Gefahr?. Umweltorganisationen warnen vor Austrocknung der „Altarme“ entlang der March: „Tier- und Pflanzenwelt verschwindet.“ Viadonau gesteht Probleme ein.

Von Erwin Nußbaum. Erstellt am 04. November 2016 (04:58)
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Auverein Felixdorf/Michael Rousek

Bedroht die Regulierung der Flüsse, die ja eigentlich auch dem Schutz der Bevölkerung vor Hochwasser dient, die heimische Tierwelt in den Gewässern? Schon seit längerer Zeit warnen Umweltorganisationen vor der Austrocknung und Versandung der sogenannten „Altarme“ entlang der March: Hinter diesem Wort verstecken sich Teile von ursprünglichen Flussverläufen, sogenannte Mäander, die bei der Regulierung von Flüssen abgetrennt werden und als eigenständiges Gewässer weiterexistieren.

„Die March-Thaya-Auen sind die naturschutzfachlich bedeutendste Flusslandschaft Österreichs. Insgesamt bieten sie 500 gefährdeten Arten ein Refugium. Die harte Verbauung von March und Thaya wurde schon 1984 abgeschlossen und hatte die Erosion des Flussbettes zur Folge, das dadurch tiefer wird“, warnt die Umweltorganisation WWF.

Altarme drohen auszutrocken

Während sich der Fluss eintieft, verlanden, laut den Umweltschützern, gleichzeitig aber die Altarme und Augewässer. Das Ergebnis der Eingriffe in die March-Thaya- Auen zeige sich in den letzten Jahren besonders drastisch: „Der charakteristische Lebensraum in den Altarmen, Autümpeln und feuchten Sutten, verschwindet aus dem Gebiet“, und damit die darin lebende Tier- und Pflanzenwelt.

Bei der für die Erhaltung und Entwicklung von Flüssen zuständigen Viadonau, ein Unternehmen des Verkehrsministeriums, gesteht man die Probleme ein: „Die Verlandung der im Zuge der Regulierung abgetrennten Altarme ist ein Faktum“, heißt es von dort. Zwar können sich auch im natürlichen Zustand – sprich ohne Regulierung – Mäander vom System entkoppeln und zusehends verlanden. Im natürlichen Fall entstünden dabei jedoch neue Strukturen, was bei regulierten Flussabschnitten nicht möglich sei.

Viadonau arbeitet aber derzeit aktiv an der Anbindung von abgetrennten Strukturen an March und Thaya: „Ab 2017 werden an der March im Rahmen des Life+-Projekts ‚Untere March-Auen‘ Seitenarme und Mäander wieder angebunden. Viadonau arbeitet zusammen mit dem WWF Österreich und auch anderen Partnern an der nachhaltigen Verbesserung des Lebensraums March-Thaya“, versucht man, besorgte Umweltschützer zu beruhigen.

Ob die Hilfe für die gefährdeten Au-Biotope dann noch rechtzeitig kommt, bleibt abzuwarten.