Retourkutsche: Schultes kontert Wagendristel. Der NÖ Landwirtschaftskammer-Präsident reagiert auf die Vorschläge des SP-Bauernvertreters in der jüngsten NÖN-Ausgabe.

Von Stefan Havranek. Erstellt am 13. Oktober 2017 (03:59)
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NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes hält nicht viel von SP-Bauer Ernst Wagendristels Vorstößen.
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NÖ-Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes hält nicht viel von den jüngsten Vorstößen von SP-Bauer Ernst Wagendristel in der vergangenen NÖN-Ausgabe: Einige Punkte seien schon bekannt und nur aufgrund von Wagendristels Parteifreunden noch nicht umgesetzt.

Konkret äußert sich Schultes zur Frage der Stichtage für Maßnahmen aus dem ÖPUL-Agrarumweltprogramm: „Die zu vergebenen Gelder werden durchkalkuliert und diese Berechnungsgrundlagen aufzuheben, ist unmöglich, es geht schließlich um Steuer- und Fördergelder. Bestenfalls kann man in Notsituationen Ausnahmen machen“, so Schultes. Die Gelder seien an Stichtage gebunden.

"Wir würden uns Arbeitgeberverbunde wünschen"

Bei der Vermietung von Arbeitskräften spielt er den Ball an die Sozialdemokraten zurück: „Das ist in einer Liste an Forderungen dabei, die von SP-Sozialminister Alois Stöger nicht akzeptiert wird.“ Leiharbeit sei grundsätzlich möglich, aber nicht im landwirtschaftlichen Kollektivvertrag und der von Leiharbeitern würde die Landwirte wesentlich mehr kosten: „Wir würden uns Arbeitgeberverbunde von mehreren Betrieben wünschen.“ Denn so könnte man die Saisonarbeiter auch langfristiger beschäftigen und nicht nur bei Arbeitsspitzen.

Wagendristels dritter Vorschlag, die Feldbefahrung durch (teil-)staatliche Betriebe gesammelt bei der AMA (AgrarMarkt Austria) zu melden, sorgt bei Schultes für Stirnrunzeln: „Die Betriebe müssen zuerst bei den betroffenen Landwirten um Erlaubnis fragen. Das Problem, das wir in der Region haben, ist, dass viele der Entschädigungssummen an die Finanz zurückfließen. Deswegen wird nach einem einheitlichen Finanzmodell gesucht, denn derzeit kann niemand sagen, wie viel Geld am Ende beim Bauern bleibt.“