Erstellt am 23. November 2017, 03:43

von Thomas Schindler

S1: Kritiker freuen sich über erste Erfolge. Umweltaktivist Wolfgang Rehm war bei Verhandlung über Schnellstraße und Lobau-Tunnel beim Bundesverwaltungsgericht.

„Asfinag-Schreck“ Wolfgang Rehm aus Marchegg.  |  Schindler

Mit der geplanten Außenring-Schnellstraße zwischen Schwechat und Süßenbrunn samt umstrittenem Lobau-Tunnel beschäftigt sich derzeit das Bundesverwaltungsgericht (die NÖN berichtete). Zuletzt gab es fünf Verhandlungstage, bei denen auch der Marchegger Umweltschützer Wolfgang Rehm dabei war.

NÖN: Worum genau geht es bei diesen Verhandlungen?

Rehm: Hier werden die Beschwerden gegen den im März 2015 vom Verkehrsministerium ausgestellten UVP-Bescheid behandelt. Ich bin einer von zehn Beschwerdeführern. Unter anderen konnten wir die Themen Verkehr, Grundwasser und Luftschadstoffe besprechen. Die Punkte Lärm und Humanmedizin können wir erst im Jänner behandeln, weil von der Asfinag noch Unterlagen fehlen.

Konnten die Beschwerdeführer bereits Erfolge verbuchen?

Rehm: Ja. Durch unsere Einwände wird das Projekt dahingehend abgeändert, dass in jenen Bereichen, wo sich die Trasse in Tieflage befindet, der Grundwasserstrom nicht so gestört wird. Und zweitens konnten wir erreichen, dass es während der Bauarbeiten eine automatisierte Befeuchtung zur Staubvermeidung geben wird.

Die Asfinag geht davon aus, dass sie 2019 zu bauen beginnt und die S1 im Jahr 2025 für den Verkehr freigegeben wird. Sehen Sie das auch so?

Rehm: Nein. Es wird bis 2019 dauern, bis alle Beschwerden abgearbeitet sind. Somit kann meiner Meinung nach erst frühestens 2020 mit dem Bau begonnen werden. Auch die Fertigstellung 2025 ist unrealistisch. Mit diesem Termin hatte die Asfinag schon gerechnet, als sie davon ausging, dass sie 2018 mit dem Bau beginnt.

Sie werden von manchen Politikern immer als Verhinderer oder Verzögerer des Projekts bezeichnet. Sind Sie das?

Rehm: Nein. Klar bin ich persönlich gegen das Projekt, aber ich schaue auch, dass es Verbesserungen für Menschen und Umwelt gibt, falls es schließlich doch gebaut wird.