Die Grünen: „Fische haben keine Lobby“

Die mittlerweile dritte mündliche UVP-Verhandlung startete am Montag. Öko-Partei demonstrierte.

Erstellt am 23. November 2016 | 06:13
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Die Grünen kürten die Marchfeld-Schnellstraße zum NÖ Schildbürgerstreich des Monats November. Im Bild: Helmut Stachowetz-Axmann, Bettina Bergauer, Helga Krismer, Amrita Enzinger und Beate Kainz (v.l.).
Foto: NOEN, Mattes

Am Montag startete die dritte Runde der mündlichen Verhandlung zur UVP (Umweltverträglichkeits-Prüfung) für die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8. Wie die NÖN berichtete, konnten die ersten beiden Verhandlungen im Gänserndorfer Arbeiterkammersaal, die Anfang April und Ende Mai dieses Jahres über die Bühne gingen, nicht erfolgreich beendet werden, weil zu viele Fragen unbeantwortet blieben.

Bauern befürchten Verunreinigung durch Streusalz

Dazu kam noch ein Aufschrei der Bauern, weil das mit Streusalzen belastete Oberflächenwasser neben der Trasse im Grundwasser versickern hätte sollen. Die Landwirte fürchteten natürlich um ihre Brunnen. Mittlerweile verfolgt die Asfinag, die die Schnellstraße errichtet, eine andere Strategie: Das Abwasser soll in den Rußbach eingeleitet werden.

Aber auch diese Variante stößt den S8-Gegnern, allen voran den Grünen, sauer auf. Bezirkssprecherin Beate Kainz: „Fische haben leider keine Lobby. Schon jetzt werden die Abwässer der S1 in den Rußbach, wo bedrohte und geschützte Tiere schwimmen, geleitet. Dass Straßensalze deren Lebensraum negativ beeinflussen, braucht man wohl nicht extra erwähnen.“ Auch wenn die Streumittel gefiltert werden – das Chlorid bleibe vollständig erhalten, so Kainz: „Es verteilt sich im Bach und erreicht nach 15 Stunden die Donau.“

Übrigens: Die UVP-Verhandlung war bis Redaktionsschluss nicht beendet – sie läuft mindestens bis Mittwoch.