Funde aus Napoleon-Zeit. Bei Grabungen im Vorfeld des Baus der Marchfeld-Schnellstraße (S8) wurden Überreste der legendären „Schlacht um Wagram“ freigelegt. Archäologen vermuten außerdem Überbleibsel aus urgeschichtlicher Zeit.

Von Robert Knotz. Update am 05. Mai 2017 (13:18)
ASFINAG, Novetus

Sensationsfund auf den Feldern rund um die Stadtgemeinde und Parbasdorf: Seit dem Start der Ausgrabungen am 13. März entdeckten die Archäologen interessante Überreste der „Schlacht bei Wagram“ aus dem Jahr 1809.

Asfinag-Geschäftsführer Thomas Walcher, VP-Ortschef Walter Krutis (Raasdorf), Projektleiter Thomas Schöfelbauer sowie die VP-Bürgermeister Gregor Iser (Parbasdorf), Bernhard Wolfram (Aderklaa) und Fritz Quirgst.
Knotz

Die Arbeiten sind außerdem Bestandteil der bereits abgeschlossenen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), wonach die Asfinag, verpflichtet ist, vorhandene Bodendenkmäler zu erhalten. „Diese Grabungen bringen interessante Zeugnisse der Vergangenheit zu Tage“, sagt Alexander Walcher, Geschäftsführer der „Asfinag Bau Management“. „Außerdem ist es uns wichtig, dass solche Fundstücke erhalten bleiben.“

Die sterblichen Überreste eines jungen Soldaten, der nächst einem Pferd bestattet wurde.
Knotz

Laut dem Archäologen Alexander Stagl könnten sich noch weitere Relikte aus der Geschichte der legendären Schlacht unter der Oberfläche der Felder verbergen. „Es ist durchaus vorstellbar, dass sich näher beim Rußbach weitere Funde aus der Bronze- und Eisenzeit befinden“, so der Fachmann. Jeder Fund wird gesichert, dokumentiert und großteils künftig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Weitere Funde: Projektile von Musketen, Kännchen, Bajonette sowie Knöpfe und Teile von Uniformen.
Knotz

Bisher wurden die sterblichen Überreste von hauptsächlich jüngeren Soldaten und Pferden sowie Musketen-Projektile und Teile von Unterkünften gefunden. Die Asfinag investiert drei Millionen Euro in die Ausgrabungen, die bis 2018 fortgeführt werden sollen.