S8: Alle warten ab. Umweltschützer glauben nicht, dass Projekt genehmigt wird.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 06. Dezember 2018 (04:00)
Hier sollte die 310 Millionen Euro teure S8 einmal verlaufen. Noch gibt es aber keinen UVP-Bescheid von der Behörde.
Asfinag

Die Marchfeld-Schnellstraße S8 befindet sich weiterhin in der Warteposition – ebenso die Gegner und Befürworter des Projekts. Erstere glauben, dass die Straße ohnehin nie bewilligt wird. „Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, kann die S8 nicht genehmigt werden“, poltert etwa Umweltschützer Wolfgang Rehm aus Marchegg.

Warum? „Das UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeits-Prüfung, Anm.) müsste schon lange abgeschlossen sein. Vom Gesetz her sollte es 12 Monate dauern, mittlerweile sind wir aber schon im siebenten Jahr“, so Rehm. Und weiter: „Das Ende der öffentlichen mündlichen Verhandlung ist auch schon zwei Jahre her. Die Asfinag als Straßenbauer konnte aber noch immer nicht das Problem mit dem Lärmschutz und dem bedrohten Vogel Triel, der im Bereich der Trasse nistet, lösen.“

Rehm verwehrt sich gegen die Aussage mancher Politiker, dass er den Bau der Schnellstraße verzögere: „Unsere letzten Einwände stammen aus dem Jahr 2016. Weil aber die Asfinag keine korrekten Unterlagen liefert, kann das Ministerium den Bescheid nicht ausstellen.“ Sogar der Sachverständige der Behörde könne mittlerweile nachteilige Auswirkungen auf den Brutbestand des Triels nicht mehr ausschließen, betont Rehm.

Die Asfinag wiederum glaubt weiter fest daran, die Schnellstraße errichten zu können, auch wenn der zuletzt geplante Baubeginn 2019 für sie selbst mittlerweile unrealistisch sei. Man werde aber trotzdem alles daran setzen, so schnell wie möglich – sprich im Jahr 2020 – mit der Errichtung der S8 zu beginnen. Zwei Jahre später soll die 14,4 Kilometer lange Straße zwischen Süßenbrunn und Gänserndorf fertiggestellt sein.