S8: Warten auf UVP-Bescheid . Asfinag nutzt die Zeit, um archäologische Grabungen durchzuführen, damit es später keine Verzögerung gibt.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 23. November 2017 (03:17)
Asfinag
So soll die Marchfeld-Schnellstraße S8 einmal aussehen. Sie wird vom S1-Knoten Raasdorf bis nach Gänserndorf/Obersiebenbrunn führen.

Vor genau einem Jahr ging im Gänserndorfer Arbeiterkammer-Saal die letzte mündliche Verhandlung zur UVP (Umweltverträglichkeits-Prüfung) für die geplante Marchfeld-Schnellstraße S8 über die Bühne. Was ist seither passiert und wann sollen die ersten Bagger anrollen? Dieser Frage ging die NÖN nach.

„Wir warten noch immer auf den UVP-Bescheid“, erklärt Asfinag-Projektleiter Thomas Schröfelbauer. „Es gab mehrere Einwände (von Straßengegnern, Anm.), die das Verkehrsministerium als zuständige Behörde beantworten muss.“ Bei diesen handelt es sich vor allem um das Thema Triel. Wie berichtet, befürchten Umweltschützer, dass der jetzige Lebensraum des seltenen Vogels durch die S8-Trasse gefährdet ist.

Die Asfinag hofft, dass sie bald den UVP-Bescheid in Händen hält, um 2019 – so der Plan – mit dem Bau der Marchfeld-Schnellstraße beginnen zu können. Schließlich sei die S8 „eines der wichtigsten Straßenbauprojekte im Osten von Niederösterreich. Mit ihr wird die Region Marchfeld optimal erschlossen und die 18.000 Anrainer werden wirksam vom Verkehr entlastet“.

Diverse Grabungen finden bereits statt

Diverse Vorarbeiten für das Mega-Projekt wurden bzw. werden bereits geleistet. So finden zum Beispiel archäologische Grabungen auf der künftigen Trasse statt. Entdeckt wurden bisher im Raum Deutsch-Wagram Musketen-Projektile, Überreste von Unterkünften und Skelette aus der napoleonischen Zeit – alles Relikte der Schlacht von Wagram, wo sich französische und österreichische Truppen gegenüberstanden.

Die Experten erwarten auch Zeugnisse aus dem Mittelalter sowie der Bronze- und Eisenzeit. Das Grabungsareal, auf dem heuer gearbeitet wird, umfasst insgesamt 30 Hektar und liegt laut den Archäologen in einem sehr alten Siedlungsgebiet. Die Bereiche Archäologie und Kulturgüter werden auch im UVP-Verfahren berücksichtigt. Archäologische Untersuchungen im Vorfeld zu Autobahn-Neubauten gehören zum Asfinag-Standard und bringen einen entscheidenden Vorteil, nämlich die Entdeckung geschichtlich interessanter Stätten in Gebieten, die ohne geplanter Straßen-Infrastruktur nicht erkundet worden wären.

Die frühzeitige Erkennung, Freilegung und Sicherung der Fundstücke garantiert letztlich auch einen raschen Baufortschritt. Unterbrechungen wegen archäologischer Funde werden so ausgeschlossen, denn gegraben wird genau dort, wo die zukünftigen Autobahnen oder Schnellstraßen verlaufen, heißt es vonseiten der Asfinag.