Blässgänse angeschossen: EGS erstattet Anzeige. Eine Serie von verletzten und toten Blässgänsen in Niederösterreich und im Burgenland zwingt die von „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS) nun zum Handeln.

Von NÖN Redaktion und Manuel Mattes. Update am 28. Januar 2019 (14:19)
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EGS Haringsee Anzeige
VIER PFOTEN

In einem Fall einer angeschossenen Blässgans aus Hohenau hat die EGS rund um den wissenschaftlichen Leiter Hans Frey nun Anzeige erstattet. Eine zweite Blässgans wurde tot, ebenfalls in Hohenau, gesichtet – ein Zusammenhang liegt nahe. Bei der Untersuchung des Blutes auf Blei wurden erhöhte Werte festgestellt, was den Verdacht auf illegales Bleischrot bestätigt.

Zur Info: Blässgänse sind in Niederösterreich ganzjährig geschont und dürfen nicht geschossen werden. Im angrenzenden Burgenland dürfen sie sehr wohl geschossen werden – allerdings nur mit bleifreier Munition. Die verletzte Blässgans aus Hohenau wurde vom EGS-Team am 24. Jänner in der Früh von der Polizeistation Hohenau abgeholt. „Sie hat sehr stark geblutet. Beim Röntgen stellte sich heraus, dass sie ein Schrotkorn im Bein hat. Außerdem hatte sie einen riesigen Bluterguss am Flügel“, berichtet „Vier Pfoten“-Expertin Brigitte Kopetzky geschockt.

Die Gans wurde in der EGS notversorgt und am nächsten Tag an die Veterinärmedizinische Universität Wien überstellt. Dort wurde in Vollnarkose das Geschoss herausoperiert. „Das Tier ist jetzt wieder bei uns, es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Es frisst brav, und wir sind optimistisch, dass es wieder freigelassen werden kann“, zeigt sich Kopetzky zuversichtlich.