Sorge um Grundwasser: Kühles Nass in Gefahr?. Plessl äußert Sorge um Grundwasser, Lobner vertraut auf Nitrat-Informationsdienst.

Von Michaela Fiala. Erstellt am 11. Februar 2019 (04:00)
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SP-Nationalratsabgeordneter Rudolf Plessl fordert restriktivere Maßnahmen für Landwirte.

In der Vorwoche beklagte Grünen-Landtagsabgeordneter Georg Ecker die hohen Nitratwerte im Marchfelder Grundwasser (die NÖN berichtete). Der Follow-up-Bericht des Rechnungshofes über die Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien beim Grundwasser im Weinviertel stand nun auch bei der Landtagssitzung am vergangenen Mittwoch zur Diskussion.

SP-Nationalrat Rudolf Plessl sieht Versäumnisse des Landes: „Einer raschen Verbesserung des chemischen Zustands des Grundwassers wurde bisher keine Priorität eingeräumt.“ Bei der Erarbeitung und Umsetzung geeigneter Verbesserungsmaßnahmen müssten Gemeindevertreter, Bauern sowie Land und Bund an einem Strang ziehen. Er fordert: „Es ist dringend notwendig, dass konkrete, rasch wirksame und teilweise sicher auch restriktivere Maßnahmen zum Schutz unseres Grundwassers ergriffen werden. Die bisherigen Bemühungen waren kostspielig, haben aber nicht zum gewünschten Ziel geführt.“

NÖN
VP-Landtagsabgeordneter René Lobner ist überzeugt, dass sich die Wasserqualität verbessern wird.

Im Marchfeld sei der Grundwasserkörper 942 Quadratkilometer groß. Von insgesamt 73 Messstellen sei im Jahr 2009 bei 41 eine Belastung von über 45 Milligramm Nitrat pro Liter festgestellt worden. Sechs Jahre später seien es zwei zusätzliche Messstellen gewesen.

VP-Landtagsabgeordneter René Lobner ist hingegen überzeugt, dass sich auf lange Sicht eine wesentliche Verbesserung bei der Nitratbelastung einstellen wird. Er erklärt: „Es besteht eine enge Zusammenarbeit des Landes mit den Landwirten. Anhand von Bodenuntersuchungen stellt der Nitrat-Informationsdienst (Service der NÖ Landwirtschaftskammer und des Landes in Kooperation mit EVN Wasser und wpa Beratende Ingenieure, Anm.) die optimale Menge für die Düngung der Pflanzen fest.“

Gesetzte Maßnahmen wirken nicht sofort

Die landwirtschaftlichen Betriebe würden nicht mehr Dünger als unbedingt notwendig verwenden. Aufgrund der langen Dauer der Grundwassererneuerung würden sich die gesetzten Maßnahmen jedoch nicht sofort auswirken.

FPÖ
FP-Landtagsabgeordnetem Dieter Dorner ist die Versorgung mit regionalen Lebensmitteln wichtig.

FP-Landtagsabgeordneter Dieter Dorner ergänzt: „Der Nitratwert des Grundwassers ist in den letzten sieben Jahren um 33 Prozent gesunken. Die Verantwortlichen sind auf dem richtigen Weg hin zum gesetzten Ziel von 45 Milligramm pro Liter.“ Überdüngung käme in der Landwirtschaft nicht vor. Kein Bauer hätte Interesse daran, mehr als nötig dafür auszugeben.

Dorner betont abschließend: „Ich stehe für eine landwirtschaftliche Nutzung unseres Kulturlandes und will, dass die Marchfelder Bauern die Menschen auch weiterhin mit heimischen Nahrungsmitteln versorgen können.“