Missbrauchs-Verdacht: Anklageschrift ist jetzt fertig. Prozess gegen Marchfelder Ex-Stadtrat sollte spätestens im September über die Bühne gehen.

Von Thomas Schindler. Erstellt am 25. Juli 2018 (04:44)
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Der Marchfelder befindet sich seit 1. Februar in Untersuchungshaft in der Justizanstalt Korneuburg.Shutterstock/Skyward Kick Productions
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Am 1. Februar dieses Jahres wurde er festgenommen, weil er einen 13-jährigen Burschen sexuell schwer missbraucht haben soll. Seither wartet der ehemalige Stadtrat aus dem Marchfeld in Untersuchungshaft auf den Gerichtsprozess (die NÖN berichtete). Mittlerweile ist die Anklageschrift fertig.

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Strafverteidiger Roland Friis: „Wir sind erleichtert, dass das Ermittlungsverfahren endlich abgeschlossen ist. Jetzt können wir uns voll und ganz auf die Hauptverhandlung konzentrieren.“
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Dem mutmaßlichen Täter, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt, drohen fünf bis 15 Jahre Haft. Sein Strafverteidiger Roland Friis rechnet damit, dass spätestens im September die Verhandlung am Landesgericht Korneuburg über die Bühne geht.

Friis erklärt im NÖN-Gespräch: „Wir sind erleichtert, dass das Ermittlungsverfahren endlich abgeschlossen ist. Jetzt können wir uns voll und ganz auf die Hauptverhandlung konzentrieren.“ Der Strafverteidiger ist nach wie vor von der Unschuld seines Mandanten überzeugt: „Die Vorwürfe können so nicht stimmen, selbst wenn die Staatsanwaltschaft dies anders sieht.“

Schöffengericht wird entscheiden

Auch die anderen Burschen, die sich regelmäßig in der Wohnung des Marchfelders aufhielten, entlasten diesen, so Friis. Sechs strafrechtlich relevante Ereignisse soll es gegeben haben – so der Vorwurf. Bei der Hauptverhandlung wird ein Schöffengericht entscheiden, ob der Angeklagte schuldig oder unschuldig ist. Stellt sich Letzteres heraus, würde er 30 Euro pro Tag Entschädigung für die Untersuchungshaft bekommen.

Zur Erinnerung: In der Wohnung des Ex-Stadtrats gingen jahrelang zahlreiche Jugendliche ein und aus bzw. übernachteten bei ihm. Der damalige Politiker argumentierte stets damit, dass er sich ehrenamtlich um Kids, die aus schwierigen häuslichen Verhältnissen stammen, kümmere.