„Festaurant“ in Deutsch-Wagram wird weiterleben. Die NÖN sprach mit Geschäftsführer Peter Großmann über Vergangenes und die Zukunft des Lokals.

Von Robert Knotz. Erstellt am 07. April 2021 (03:57)
Marchfelderhof-Geschäftsführer Peter Großmann will die Geschäfte im Sinne des verstorbenen Gerhard Bocek weiterführen.
Knotz

Extrem herausfordernd waren die letzten Monate für den Marchfelderhof: Zuerst kam die Lokalschließung wegen des Gastro-Lockdowns und schließlich das überraschende Ableben des Marchfelderhof-Urgesteins Gerhard Bocek im Februar, das vielen noch immer in den Knochen sitzt. Die NÖN sprach mit Peter Großmann, den Bocek zu Lebzeiten als seinen Ziehsohn bezeichnete und der die Geschäfte nun weiterführt.

„Gerhard Bocek fehlt mir, er fehlt dem Personal und auch den Gästen. Jedes Mal, wenn ich zur Eingangstüre blicke, denke ich, dass er jeden Moment hereinkommt. Sein Lachen, das Herumlaufen mit den Tschinellen – das alles geht uns ab“, so Großmann im NÖN-Gespräch. Entgegen allen Spekulationen stellt er klar: „Der Tod Gerhard Boceks hat nichts mit dem Lockdown oder direkt mit Corona zu tun.“ Bocek sei an einem plötzlichen Herztod gestorben.

Auf die Frage, wie es derzeit mit dem Geschäft laufe, antwortet der Geschäftsführer: „Wir haben den Marchfelderhof zur ,Nichtraunzerzone‘ erklärt. Bei uns wird nicht gemeckert, sondern nach vorne geschaut. Das Unangenehme an der ganzen Covid-Situation ist nicht das Finanzielle, sondern die Tatsache, dass wir unserer Leidenschaft nicht nachkommen können.“ Man habe seit Beginn der Krise keine Mitarbeiter entlassen müssen. Alle seien für Kurzarbeit mit 20 bis 30 Wochenstunden angemeldet. „Der Tagesschnitt beläuft sich derzeit auf etwa 160 Essen, die wir ausliefern oder kontaktlos übergeben. Zu den Osterfeiertagen waren es an die 400 Speisen täglich. Dennoch brennen wir darauf, endlich aufsperren zu dürfen“, meint Großmann.

Neben der Auszeichnung der Gastgewerbe-Zeitung, wo der Marchfelderhof auf Platz zwei der „Lockdown-Heros“ landete, zeigt Großmann auch ein Beiblatt, das nach dem Lockdown in die Speisekarten kommen soll. Darauf sind Fotos von Gerhard Bocek, seiner im Jahr 2019 verstorbenen Schwester, Hilde Faltus, und Mitarbeitern zu sehen. Darüber steht: „Die Show Marchfelderhof muss weitergehen!“

„Das ist nicht nur ein Versprechen, sondern eine Verpflichtung. Natürlich wird es auch wieder Feste geben, vielleicht nicht so intensiv wie früher. Der Marchfelderhof ist und bleibt ein ,Festaurant‘“, schließt Großmann, dem es lieber wäre, mit der Öffnung der Gastro noch etwas zu warten, anstatt ständig auf- und zusperren zu müssen.