Droht mehr Verkehr durch Projekt Kies III?. Gemeinde soll um eine Schottergrube reicher werden. Grüne befürchten dadurch Verkehrszuwächse. SP-Ortschef beruhigt.

Von Natascha Steiger. Erstellt am 30. März 2019 (04:23)
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Beate Kainz und Franz Mathä
Links: Grünen-Bezirkssprecherin Beate Kainz befürchtet Verkehrszuwächse.; Rechts: SP-Ortschef Franz Mathä: „Zulieferung über Umfahrungsstraße.“
NÖN

Besorgt zeigt sich die Öko-Partei über die Befüllung einer weiteren Schottergrube in der Gemeinde: Beate Kainz, Grünen-Bezirkssprecherin, warnt im Zuge des Projekts Kies III vor „zusätzlichen Lieferungen von bis zu 200.000 m Material pro Jahr“ und damit verbundenen Verkehrszuwächsen im Ortsgebiet.

„Wir fragen uns, wie es möglich ist, weitere Transporte im Feinstaubsanierungsgebiet zu bewilligen“, so Kainz. Auch die maximale Füllhöhe der Grube macht sie stutzig: So würde diese nicht dem ursprünglichen Landschaftsniveau, sondern der für die Nachbargruben bewilligten Geländehöhe entsprechen. „Damit entsteht ein neues Hochplateau.“

"Werden uns mit der Umweltanwaltschaft abstimmen"

In den Projekt-Unterlagen werde außerdem davon ausgegangen, dass Lkw nicht durch bewohntes Gebiet fahren: „Sehr erstaunlich. Fahren diese doch bereits von Silberwald über die L 11 nach Markgrafneusiedl, um dort Teile des Semmeringbasistunnels abzuladen“, so Kainz. Der Abfallkatalog sei weiters mit dem der Silberwald-Grube ident. „Sollte zu viel Berg in Silberwald angeliefert werden, kann das Material auch in dieser neuen Grube deponiert werden.“

SP-Bürgermeister Franz Mathä sieht das jedoch anders: Bei dem Projekt würde es sich „um eine reine Bodenaushub-Deponie“ handeln und entgegen Kainz‘ Befürchtungen „keineswegs um eine Deponierung wie in Silberwald“. Die Zulieferung erfolge über die Umfahrungsstraße (Auffahrt Herzer) und nach der Fertigstellung seien eine landwirtschaftliche Folgenutzung sowie Trielflächen geplant.

„Eine extreme Geländeüberhöhung lese ich auch nicht heraus. Hier wird angegeben, dass vom Urgelände von 165 m bis 166 m auf Deponieoberkante von 166,25 m bis 167,80 m befüllt werden soll“, erklärt Mathä und versichert: „Wie bei den letzten Deponieprojekten werden wir auch hier mit der Umweltanwaltschaft die weitere Vorgehensweise abstimmen.“