Kampfpause: Ist Kogel auf Eis gelegt?. Die Marchfeldkogel-Errichtungsgesellschaft wartet auf Gutachten. Diese sollen öffentlich kundgemacht werden. Die Gegner hoffen, dass die Betreiber das Projekt aufgeben.

Von Robert Knotz. Erstellt am 08. Juni 2017 (04:05)
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Bislang hatten sich Projektgegner vehement gegen den Marchfeldkogel gewährt.
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Verdächtig still wurde es in den letzten Monaten rund um das Projekt „Marchfeldkogel“. Die NÖN fragte nach, ob diese Stille die Ruhe vor dem Sturm sein könnte.

Hier ein kurzer Überblick über die bisherigen Ereignisse: Im Jahr 2012 präsentierten die Errichtungsgesellschaft Marchfeldkogel und die Gemeinde Markgrafneusiedl ein neuartiges Projekt. Auf einer Fläche von 110 Hektar (das entspricht 155 Fußballfeldern) soll über vier Jahrzehnte lang ein Berg aus Bauschutt und Bodenaushub von ungefähr 40 Metern Höhe aufgeschüttet werden.

Vier Abbauunternehmen wollen entnommene Rohstoffe entsprechend den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft zurückführen. Die Fläche soll in weiterer Folge als Naherholungsgebiet dienen und auch selten gewordenen Tierarten – wie beispielsweise dem Triel – ausreichend Lebensraum bieten.

ÖVP und Grüne stellten sich gegen Projekt

Die örtliche Volkspartei und die Grünen des Bezirks sprachen sich deutlich gegen dieses Vorhaben aus. Ihr Hauptargument war ein Anstieg der sowieso schon erhöhten Feinstaubbelastung in der Region. Zwei diesbezügliche Umweltverträglichkeits-Verhandlungen wurden abgebrochen und auf unbekannte Zeit vertagt. Auch ein politisches Köpferollen war Folge des Tauziehens.

Kogel kostete Hrabal den Ortschef-Sessel

Der langjährige SP-Bürgermeister Erwin Hrabal erlitt bei den Gemeinderatswahlen im Jänner 2015 eine Niederlage und nahm seinen Hut. Er ist überzeugt, dass ihn der Kogel seinen Job gekostet hat.

Wie ist nun der aktuelle Stand? Matthias Reisner von der Errichtungsgesellschaft: „Wir warten derzeit auf die Gutachten der Behörde und hoffen, dass diese bis Ende Juni, spätestens Anfang Juli fertig sind.“ Die Ergebnisse dieser werden dann für einen bestimmten Zeitraum öffentlich aufgelegt.

VP-Gemeinderat Christian Bauer, Sprecher der Projektgegner, kontert: „Meines Wissens sind noch nicht einmal die Auswertungen der Messdaten (die Marchfeldkogel-Errichtungsgesellschaft hatte in Eigeninitiative eine Feinstaub-Messstelle errichtet, Anm.) an das Land NÖ übermittelt worden. Wir hoffen, dass der Betreiber einsieht, dass man dieses Projekt nicht so leicht schönrechnen kann, und aufgibt.“