Mechaniker nicht bezahlt, sondern angezeigt. 24-Jähriger aus dem Bezirk Gänserndorf bezichtigte Mechaniker des Diebstahls. Die Anzeige kam erst ein Jahr später.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 06. Juni 2021 (04:21)
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Der Leumund des 24-jährigen Zeugen im Fall eines gestohlenen Sattelschlepper-Auflegers in Markgrafneusiedl hatte schon vor dessen Aussage am Landesgericht Korneuburg vor Richterin Monika Zbiral erheblich gelitten. Nicht nur, dass er den vermeintlichen Diebstahl durch einen selbstständigen Kfz-Mechaniker erst ein Jahr später anzeigte, also im März 2021, nachdem er den Aufleger im März 2020 zum Pickerl gebracht hatte; was der Mechaniker mit dem Verweis auf ausstehende Rechnungen ablehnte. Der Zeuge will damals das Fahrzeug in unmittelbarer Nähe zur Werkstatt auf öffentlichen Grund abgestellt haben.

Zur mangelnden Glaubwürdigkeit kam ein vierseitiger Ausdruck von Anzeigen und Exekutionen, die gegen den 24-Jährigen eingebracht wurden.

Zeuge präsentierte Räuberpistolen

Während der unbescholtene Besitzer der kleinen Werkstatt die Vorgänge sehr sachlich und nachvollziehbar schilderte, kam der Zeuge mit einer „Räuberpistole“ nach der anderen daher, was unter anderem in einer neuerlichen Diebstahlsanzeige wegen des gleichen Auflegers – diesmal in Wien – wenige Wochen vor der Verhandlung gipfelte.

„Der Angeklagte muss nicht seine Unschuld beweisen.“ Mit diesen Worten fällt Richterin Zbiral den Freispruch für den unbescholtenen Kfz-Mechaniker.