Bürger tobt: „Luft ist völlig verpestet“. Matzner ortet Schadstoffbelastung durch Kohlen- und Schwefeldioxid. Ortschef verspricht Abhilfe.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 27. Mai 2020 (05:12)
Symbolbild
Juozas Baltiejus, Shutterstock.com

Einem NÖN-Leser (Name der Redaktion bekannt) stinkt die Beeinträchtigung durch Abgase aus dem Hausbrand gewaltig. Lüften sei fast nicht möglich, über dem Ort hänge speziell in der Heizperiode eine dunkle Nebelsuppe. Versuche, bei offiziellen Stellen eine Änderung herbeizuführen, blieben bislang ohne Erfolg.

„Egal, ob ich meine Fenster frühmorgens oder am späten Abend öffne – statt Frischluft dringen Rauchschwaden ins Haus, die des Öfteren verdächtig nach Gummi und Plastik riechen“, vermutet der Leser, dass in den Heizungsanlagen nicht nur Holz verbrannt wird. Der Matzner stellt in den letzten Jahren eine kontinuierliche Verschlechterung der Luftqualität fest. „Daran ändert auch der Wind nichts, über dem Ort hängen fast permanent irgendwelche Abgaswolken aus dem Hausbrand“, ärgert sich der Leser. Unmengen von CO werde hier filterlos durch die Schornsteine in die Luft geblasen.

Grenzwerte werden überschritten

Er habe sich sogar ein Messgerät angeschafft und damit sowohl beim Feinstaub als auch bei Kohlendioxid und Schwefeldioxid Werte abgelesen, die ein Vielfaches über den in Österreich vorgegebenen Grenzwerten liegen. Sogar sein Lieblingssport wurde ihm vermiest: „Ich bin seit Jahren ein leidenschaftlicher Läufer. In letzter Zeit ist das Laufen allerdings in nahezu dem gesamten Ortsgebiet gesundheitsgefährdend. Es joggt auch fast keiner mehr“, so der Matzner. Und weiter: „Da kann man noch so viel auf E-Busse setzen, die machen diese Umweltverschmutzung nicht wett und unsere Wälder werden auch immer kleiner.“

Nun ergriff er die Initiative, kontaktierte den Rauchfangkehrermeister, die Gemeinde, die Grünen und das Umweltministerium. „Antwort habe ich keine einzige bekommen“, macht er seinem Ärger im Gespräch mit der NÖN Luft.

„Wir werden uns um die Sache kümmern“

VP-Ortschef Stefan Flotz: „Wir schauen uns das an.“
NÖN

Auf Rückfrage der NÖN gab VP-Bürgermeister Stefan Flotz bekannt: „Gerne werden wir uns der Sache annehmen. Auf anonym verschickte E-Mails reagieren wir allerdings nicht.“

Rauchfangkehrermeister Wilhelm Wagner bestätigte der NÖN gegenüber die Verbrennung von Steinkohle in einem Privathaus: „Der Eigentümer wurde von mir schriftlich aufgefordert, dies zu unterlassen.“ Die Frist erstreckt sich in den Herbst, Restmengen der Steinkohle darf er in kleinen Dosen noch aufbrauchen. Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Merkatz skizziert das offizielle Szenario: „Im privaten Bereich ist der Bürgermeister als Baubehörde zuständig.“

Die Bezirkssprecherin der Grünen, Beate Kainz, meint dazu: „Das sieht aus, als hätte jemand seinen Müll entsorgt. Wenn alte Gummistiefel oder Ähnliches im Ofen landen, ist Feinstaub vermutlich das geringere Problem. Da sprechen wir schon von Giften.“ Die Verfeuerung von Holz sei allerdings CO -neutral und als nachwachsender Rohstoff Öl und Gas vorzuziehen.