Säugling starb durch Vater: Gefängnisstrafe. 27-Jähriger ließ sein drei Wochen altes Baby fallen und holte keine Hilfe: Er wird der fahrlässigen Tötung für schuldig befunden.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 18. Dezember 2017 (19:55)
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„Er ließ das Baby fallen und holte keine Hilfe. Mein drei Wochen alter Can starb an den schweren Kopfverletzungen. Ich war nicht da. Er hat mir von dem Unglück am Telefon erzählt. Das Kind sei ihm beim Spielen runtergefallen, sagte er. Als ich vom Einkaufen heimgekommen bin, habe ich sofort die Rettung alarmiert, aber das Kind war schon tot. Jetzt will er dazu nichts sagen und ist weg“, erklärte die Mutter (22) beim Prozess im Oktober dieses Jahres die Abwesenheit des mitangeklagten Kindsvaters.

Mann konnte sich Verfahren nicht auf Dauer entziehen

Für die vierfache Mutter endete das Verfahren wegen Imstichlassens eines Verletzten mit einem Freispruch. Das Verfahren gegen den angeklagten Vater wurde ausgeschieden.

Auf Dauer konnte sich der Untergetauchte (27) aus Bulgarien aber dem Strafverfahren und den Fragen zu dem tragischen Ableben seines Sohnes nicht entziehen. Die Polizei wurde dem 27-Jährigen habhaft und er wanderte in Untersuchungshaft.

Eskortiert von Justizwachebeamten wurde er diesmal zum Prozess vorgeführt und musste Richter Dietmar Nußbaumer Rede und Antwort stehen.

Er sei auf der Treppe ausgerutscht und dabei sei ihm der Säugling aus dem Arm gerutscht, erklärt der 27-Jährige und will von der Version, er habe das Baby beim Spielen, beim in die Luft werfen, fallengelassen, nichts wissen. Er beharrt auf einem Treppensturz. Warum er nicht sofort die Rettung für den verletzten Säugling alarmiert hat, kann er nicht sagen.

Nach dem Beweisverfahren befindet der Richter auf fahrlässige Tötung und verhängt über den schon vorbestraften Bulgaren eine sechsmonatige Gefängnisstrafe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.