Mädels ließen Fäuste sprechen

Erstellt am 30. September 2022 | 05:15
Lesezeit: 2 Min
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Während eine der beiden Angeklagten zum Gerichtstermin erschien, tauchte die andere nicht auf.
Foto: Symbolfoto: Shutterstock/pathdoc
Nach einer Rauferei in Matzen musste sich eine 20-Jährige vor Gericht verantworten.
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Die gute Laune verging Richter Rainer Klebermaß gleich zu Beginn einer Verhandlung wegen schwerer Körperverletzung und gefährlicher Drohung, da nur eine der zwei angeklagten jungen Frauen erschienen war. Klebermaß griff zum Telefon und erfuhr, dass der Termin verwechselt worden sei, was dieser mit „es wird Konsequenzen haben“ quittierte.

Um sicher zu gehen, dass sie beim nächsten Termin erscheine, werde er sie wahrscheinlich von der Polizei vorführen lassen. Somit widmete sich Klebermaß der erschienenen 20-Jährigen.

„Mit wem hab ich’s denn bei Ihnen zu tun?“, war die erste Frage des Richters. Diese zielte auf die Einsichtsfähigkeit und die Verantwortungsübernahme des Lehrlings ab. Am Abend des 5. Juni dieses Jahres kam es in Matzen zuerst zu einer Rauferei zwischen zwei Burschen und im Anschluss zu einer Konfrontation zwischen der 20-Jährigen und der abwesenden jungen Frau. Dabei soll es zu gegenseitigen Stößen, Schlägen und gefährlichen Drohungen gekommen sein.

Nichts davon stritt die 20-Jährige ab, sie gab aber an, von der anderen zuerst gestoßen worden zu sein und lediglich zum Schutz reagiert zu haben. Dass die Watsche, die sie ihrer Kontrahentin versetzte, nicht die beste Lösung des Konflikts war, sah die künftige Lackiererin ein, die bei der Auseinandersetzung einen Tritt gegen den Bauch erhalten hatte.

Der „vernünftige Eindruck“ den der Richter von der Angeklagten gewonnen hatte, ließ ihn zur „absolut mildesten Form der Vorgangsweise“ greifen, einer Diversion in Form einer zweijährigen Probezeit und der Erstattung von 100 Euro Gerichtskosten.

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