Musikschulstreit geht weiter. Vater beklagte sich, dass Gebühren der Musikschule St. Barbara im Bezirk Gänserndorf während Lockdowns nicht erlassen wurden. Nun spricht die Pädagogin.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 06. März 2021 (04:43)
Die Fronten im Streit um das Schulgeld für Julia Chitta scheinen ver-härtet. Das Kind besucht die Schule derzeit nicht mehr.
privat

Zum Streit über die Schulgebühren in der Musikschule St. Barbara (die NÖN berichtete) meldet sich nun die Lehrerin Gudrun Burghofer zu Wort. Zur Info: Ein Vater hatte sich beklagt, dass seitens der Einrichtung keine Gebühren erlassen worden seien, obwohl seine Tochter nicht am Online-Unterricht teilnehmen konnte. Es ist der Pädagogin ein Anliegen, die Angelegenheit aus ihrer persönlichen Sicht darzustellen.

Sie berichtet in ihrem Schreiben an die NÖN: „Ich verstehe, dass die Familie wie so viele mit dem Homeschooling überfordert war. Es sei aber immer eine Unterrichtsform möglich gewesen.“ Burghofer ist erstaunt, dass die mangelnde technische Ausstattung ins Treffen geführt wird: „Mit der Mutter habe ich über WhatsApp kommuniziert, was bedeutet, dass ein Smartphone zur Verfügung stand. So hätte sie mir auch die Aufnahmen zukommen lassen können.“

Angeboten wurden Aufnahmen und Feedback sowie Online-Unterricht, auch in den Osterferien. „Ich wäre auch gerne bereit gewesen, fehlende Einheiten in den Sommerferien nachzuholen“, betont Burghofer.

Schülerin Julia hatte laut Auskunft der Lehrerin schon vor dem Lockdown zusätzlichen Unterricht – aufgrund ihrer Teilnahme bei „Prima la musica“, aber auch, weil sie so oft gefehlt habe. Die Lehrerin verweist überdies darauf, dass in einer der ersten Nachrichten der Mutter klar angeführt wurde, dass bei der Tochter aufgrund einer schweren Lungenerkrankung des Vaters jeglicher Risikofaktor unterbunden werden müsse und Julia deswegen keinen Musikunterricht mehr erhalten könne. Sie betonte, dass es sich um keine Corona-Erkrankung gehandelt habe. Der Vater war diesen Informationen zufolge Ende Februar stationär im Krankenhaus, wo multiple Lungenembolien, COPD und ein Lungenemphysem festgestellt worden seien. Leider habe sie den Chatverlauf nicht mehr.

„Dachte nicht, dass ich

Chats noch brauche“

„Ich habe nicht damit gerechnet, das nochmals zu brauchen“, so Burghofer. Erst später sei die mangelnde technische Ausstattung angeführt worden. Zum Thema Ratenzahlung der offenen Gebühren antwortet ÖVP-Bürgermeister Stefan Flotz im NÖN-Gespräch: „Es wurde niemals um eine Ratenvereinbarung angesucht. Jeder, der finanzielle Schwierigkeiten hat und hatte, konnte anrufen oder ein E-Mail senden, um eine Ratenzahlung zu vereinbaren.“

Weiters führt Flotz an, dass es bereits im April 2020 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung eine an alle Bundesschulen gerichtete Umfrage gab, ob die Infrastruktur (PC, Drucker, Internet) zu Hause die Möglichkeit für Homeschooling bietet. In weiterer Folge seien jenen Eltern, die es benötigten, Leihgeräte zur Verfügung gestellt worden.