Matzen-Raggendorf

Erstellt am 12. Januar 2017, 03:06

von Edith Mauritsch

Sanierung: Bitte warten - keine Lösung in Sicht. Durch Schlossmauer-Einsturz vor beinahe drei Jahren wurde ein Wohnhaus beschädigt. Seither darf der Besitzer sein Grundstück nicht betreten. Lösung ist keine in Sicht.

Einer der Knackpunkte bei der „unendlichen Geschichte“ – die Regenableitungen gehen den Behörden nicht weit genug.  |  Mauritsch

Ein heftiges Sommergewitter vor mittlerweile fast drei Jahren sorgt noch immer für Probleme, jedenfalls für den Eigentümer des von einer Schlammlawine beschädigten Hauses, Rudolf Gnadenberger (die NÖN berichtete). Aufgrund der Gefahr eines Hangrutsches wurde damals ein Betretungsverbot ausgesprochen, das bis dato aufrecht ist und Gnadenberger von seinem Hauptwohnsitz fernhält. Er lebt seither bei seiner Freundin.

Seitens des Schlossbesitzers Manfred Mandl getätigte Sanierungsmaßnahmen gehen den Behörden nicht weit genug – die Situation ist festgefahren. Die NÖN sprach mit Mandl, der eine umfangreiche Fotodokumentation über die getätigten Sicherungsmaßnahmen vorlegte. „Ich habe gemacht, was das Land NÖ vorgeschrieben hat“, kann Mandl das weitere Vorgehen der Behörden gegen ihn nicht verstehen. Eine Rückfrage bei der Gemeinde und der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf brachte etwas Licht in die Angelegenheit. „Es wurden zwar Entwässerungsrinnen gelegt, die jedoch wieder auf den Hang abgeleitet werden“, so SP-Bürgermeisterin Claudia Weber und Wolfgang Merkatz von der BH Gänserndorf.

Zutritt zum Schloss durch Duldungsbescheid

Ein sogenannter Duldungsbescheid soll den Sachverständigen den Zutritt zum Schloss gewähren, um den Ist-Stand aufzunehmen und eine Kostenschätzung durchzuführen. Merkatz erklärt die für Nicht-Juristen ziemlich komplexe Vorgehensweise in solchen Fällen. Vereinfacht ausgedrückt: Die geschätzten Kosten werden dem Verpflichteten zur Zahlung vorgeschrieben, kommt kein Geld, wird ein Exekutionsverfahren eingeleitet, das sich jedoch im Falle Mandls schwierig gestalten dürfte, verwies dieser im NÖN-Interview doch auf eine Invaliditätspension von rund 800 Euro als seine einzige Einnahmequelle.

Für die sogenannte Ersatzvornahme muss daher jemand vorab in die Tasche greifen. Wie Merkatz andeutete, wäre hier auch die Gemeinde angehalten. Weber: „Matzen ist Konsolidierungsgemeinde, wir können das nicht machen.“ Auch VP-Landeshauptmann Erwin Pröll konnte nicht helfen.