Pendler in Hohenau geben nicht auf. Bürgerplattform und Politiker verschiedener Parteien setzen sich für dichteres Intervall ein. VOR: „Man kann nicht einfach Züge reinquetschen.“

Von Vera Coursolle. Erstellt am 14. April 2021 (05:20)
Eva Maria Kranz (FPÖ) sowie Gerhard Bartosch (ÖVP) am Bahnhof Hohenau.
Führer

Das Pendlerforum „Beschleunigung der Nordbahn“ gibt mit seinem Anliegen, Verbesserungen für die Pendler im nördlichsten Teil des Weinviertels zu erzielen, nicht auf. Sprecherin Elvira Führer lud kürzlich die beiden Gemeinderäte Eva Maria Kranz (FPÖ) sowie Gerhard Bartosch (ÖVP) zu einem Treffen am Bahnhof Hohenau ein.

Führer gab sich zwar über den vermehrten Verkehr von Zügen beim letzten Fahrplanwechsel erfreut, die „unverändert langen Fahrzeiten und Unpünktlichkeiten“ würden die Fahrgäste indes nach wie vor verärgern. Die Initiative fordert folglich die Einhaltung der Vorgaben des österreichischen Generalverkehrsplans bei der Gestaltung zukünftiger Fahrpläne. Darin heißt es: Regionale Unterschiede sind zu minimieren. Das Erreichbarkeitsgefälle zwischen einzelnen Regionen und Ballungsräumen ist deutlich zu reduzieren.

Kranz unterstreicht die Wichtigkeit für arbeitende Menschen nach beschleunigten Zügen. Diese würden mehr Zeit für Familie und Hobbys bringen.

Bartosch ergänzt: „Wir fordern einen gerechten Mix aus langsamen und beschleunigten Zügen.“ Die vor Jahren erfolgte Streichung der beschleunigten Regionalzüge sowie der Verlust der Halte des Railjets in Hohenau bewirke eine Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Die Bürgerinitiative wandte sich auch an die slowakische Botschaft und wurde von Botschafter Peter Misik zu einem Gespräch eingeladen. 22 Bürgermeister aus angrenzenden slowakischen Bezirken unterzeichneten die Petition. Führer erläutert: „Die meisten Regionalzüge fahren seit Dezember bis Břeclav. Das bedeutet, dass Pendler aus drei Ländern die Nordbahn benützen. Es wäre für die Region eine riesige Erleichterung, wenn der Railjet in Hohenau wieder einen Halt einlegen würde.“

„Bahn ist momentan nicht konkurrenzfähig“

Auch Christian Schimek (Grüne) sieht Optimierungsbedarf: „Die Bahn ist nicht konkurrenzfähig zur Autobahn. Aus umweltpolitischen Gesichtspunkten sollte man danach trachten, Pendler von der Straße auf die Schiene zu locken. Aufgrund der langsamen Regionalzüge sind auch viele slowakische Pendler verleitet, täglich mit dem Auto nach Wien zu fahren.“ Was hat sich Führer als Minimalziel gesetzt? Mindestens drei beschleunigte Zügen in den Morgenstunden nach Wien und einen beschleunigten Zug am Nachmittag ab Wien.

Was sagt der VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) zur Kritik? Sprecherin Christina Bachmaier berichtet, dass sie seit Jahren mit Führer im Kontakt sei und mehrmals versucht habe, alles zu erklären. Die Nordbahnstrecke sei stark befahren, man könne nicht einfach „Züge reinquetschen“. Staus wären die Folge. Auch sei es unmöglich, Halte wie Strasshof oder Deutsch-Wagram auszulassen, weil das für Proteste sorgen würde. Die bestehenden Verbindungen seien dank technischer Fortschritte trotz mehrerer Stopps fast gleich schnell wie früher. „An Verbesserungen arbeiten wir aber natürlich immer“, schließt Bachmaier.

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