Groß-Enzersdorf

Erstellt am 13. Januar 2017, 03:06

von Edith Mauritsch und Erwin Nußbaum

Sanierung: Naturschonender Eingriff?. Die „Gas Connect Austria“ erneuert im Nationalpark Donau-Auen zwei ältere Brennstoff-Leitungen. Sind die Arbeiten ökologisch unbedenklich? Die NÖN hat nachgefragt.

Die Gas Connect Austria ist beim Sanierungsprojekt zwar auf Schonung bedacht – die Grabungs-Arbeiten reißen jedoch trotzdem Löcher in das sensible Gebiet.  |  privat

Im Rahmen eines bereits seit zwei Jahren laufenden Sanierungsprojektes zweier Gasleitungen, ausgehend von der Station Baumgarten bis zum Hubertusdamm in Wien, starteten kürzlich die Arbeiten der Teilstrecke im Nationalpark Donau-Auen. Auf 3,5 Kilometern Länge werden zwei ältere Gas-Rohrleitungen erneuert. Gleichzeitig wird eine Altanlage abgebaut. Die beiden Leitungen sind Teil des Primär-Verteilungssystems – sie versorgen den Großraum Wien, den Flughafen Schwechat, die Raffinerie Schwechat sowie große Industrieanlagen.

"Eingriffe so gering wie möglich zu halten"

Die Arbeiten im ökologisch hoch sensiblen Gebiet erfordern spezielle Vorgangsweisen. Stefan Wagenhofer, Geschäftsführer der Gas Connect Austria, fasst bei der Vorstellung des Projektes anlässlich der Verbandsversammlung zusammen: „Wir sind darauf bedacht, die Eingriffe so gering wie möglich zu halten und besonders auf die dort lebenden Wildtiere zu achten.“ Planung und Durchführung erfolgen in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden und dem Nationalpark. In sogenannter Schrittbauweise wird jeweils nur auf kurzen Teilstücken gearbeitet, die Baumaschinen verfügen über eine spezielle Schalldämmung.

Gemeinsam mit dem Nationalpark wurde außerdem eine Methode entwickelt, das Samenpotenzial seltener Pflanzen vollständig für die Rekultivierung zu erhalten. Zur größtmöglichen Schonung der Natur werden die Arbeiten nur im Winter durchgeführt. Sind die Arbeiten aus ökologischer Sicht aber tatsächlich unbedenklich?

Auf NÖN-Anfrage äußert sich Wolfgang Rehm, seines Zeichens umtriebigster Naturschützer des Bezirks, ungewöhnlich positiv über das Projekt: „Ich sehe keine größeren Probleme bei den Arbeiten. Es gibt zwar größere Alt-Bestände an Anlagen im Nationalpark, jedoch ist Erdgas noch der verträglichste der fossilen Brennstoffe – die Umweltgefahr ist minimal.“ Auf die erwähnten Alt-Bestände angesprochen meint Rehm, dass Sanierung bzw. Rückbau aller Anlagen im Nationalpark wünschenswert sind, seien es Wasser- oder Brennstoffleitungen, jedoch eines wesentlich größeren Aufwands bedürfen.