Nun ermittelt Staatsanwalt. Fahrlässige schwere Körperverletzung steht im Raum. Unfallboot wurde beschlagnahmt. Zustand von zwei Frauen, die reanimiert werden mussten, weiterhin kritisch.

Von Thomas Schindler und Ernst Spet. Erstellt am 05. September 2018 (04:17)
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Bundesheer-Boot gekentert
Bilder vom Einsatz auf der Donau, wo heute Vormittag ein Boot des Bundesheeres im Zuge des "Girls Camp" gekentert ist.
Spet

Wie bereits am Samstag auf NÖN.at berichtet, kam auf der Donau im Bereich der Hainburger Brücke zwischen den Bezirken Gänserndorf und Bruck/Leitha zu einem tragischen Unfall: Ein Bundesheer-Boot mit fünf Soldaten und acht Mädchen – diese waren im Rahmen des Schnupperwochenendes „Girls‘ Camp“ an Bord – war während einer Fahrt gekentert. Die Passagiere fielen daraufhin ins Wasser. Zwei Frauen (18 und 22 Jahre alt) mussten reanimiert werden. Beide liegen seither auf der Intensivstation.

Das Bundesheer, elf Feuerwehren, Rettung und Polizei standen am Samstagvormittag im Großeinsatz. Zur Unglücksursache teilte Michael Bauer vom Verteidigungsministerium mit, dass das Boot in eine Welle gefahren sei, wobei das Wasser dann ins Innere des Fahrzeugs schwappte und dieses binnen 15 Sekunden zum Kentern brachte. Obwohl alle Insassen Schwimmwesten getragen haben sollen, dürften die besagten beiden Frauen minutenlang unter Wasser gewesen sein, bevor sie an Land gebracht werden konnten.

Weil zur selben Zeit eine Katastrophenübung der Feuerwehr auf der Donau stattfand, waren Helfer rasch zur Stelle, erklärte Franz Resperger vom FF-Landeskommando. Die weiteren Insassen des gekenterten Bootes konnten sich auf eine Insel bzw. ans Ufer retten. 22 wurden zur Nachkontrolle in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Das Rote Kreuz bot laut Sprecher Florian Schodritz zwei Notärzte, 25 Sanitäter und elf Fahrzeuge aus den Bezirken Bruck und Gänserndorf auf. Ebenso waren zwei Notarzthubschrauber und ein Helikopter der Polizei im Einsatz. Steuermann des gekenterten Boots war ein Unteroffizier. Er sei wie auch der Bugmann „für dieses Boot ausgebildet“, so Bauer. Mit dem Pionierboot habe es bisher keine Vorfälle gegeben, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Am Montag nahm schließlich die Staatsanwaltschaft Korneuburg ihre Arbeit auf. Das Unfallboot wurde sichergestellt. Der Staatsanwalt ermittelt gegen den 32-jährigen Steuermann wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung. Sollte die Welle von einem anderen Schiff verursacht worden sein, könnte man dem Unteroffizier einen Fahrfehler vorwerfen.