Ebenthals Bürgermeister startet durch. Für das neue Gemeindeoberhaupt Christoph Veit stehen die Finalisierung der Arbeiten am Bauhof sowie die Mitbeteiligung aller Gemeinderäte im Fokus.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 15. Mai 2020 (05:47)
Seit rund zwei Monaten ist VP-Bürgermeister Christoph Veit offiziell im Amt. Er löste seinen Parteifreund Raimund Kolm ab.
Mauritsch

Seit zwei Monaten ist VP-Bürgermeister Christoph Veit im Amt. Kein leichter Start, fand die offizielle Angelobung doch fast zeitgleich mit dem Lockdown aufgrund der Coronapandemie statt. Die Arbeit in der Gemeinde muss aber weitergehen. Die NÖN sprach mit dem Chef der 911-Einwohner-Gemeinde über seine Vorhaben.

Ganz oben auf der Liste steht die Fertigstellung des Bauhofes. Dieser fiel im Vorjahr einem Brand zum Opfer, jetzt gehen die Arbeiten in die Endphase. „Wir hoffen auf die Fertigstellung bis Juni oder Juli“, ist Veit optimistisch. Das Dach ist fertig, Fassadenarbeiten wurden beauftragt. Nach dem Großbrand kam der Bauhof behelfsmäßig in zwei Containern am Sportplatz unter. Vor dem Winter konnte das Gebäude zumindest provisorisch bezogen werden.

"Alle Gemeinderäte mit ins Boot holen"

„Von heute auf morgen war fast nichts mehr da. Wir mussten sehr schnell Geräte organisieren“, erinnert sich Veit und spricht den Sportlern seinen Dank für die gute Kooperation aus. Das im Bauhof integrierte Hackschnitzellager wurde ebenfalls ein Raub der Flammen, nun wird ein neuer Standort gesucht. In der Gemeindeführung wird sich einiges ändern. So gibt es nach vielen Jahren wieder Ausschüsse, unter anderem einen Finanzausschuss.

„Es ist mir wichtig, alle Gemeinderäte mit ins Boot zu holen. Voranschläge und Rechnungsabschluss sollen auf breiter Basis besprochen werden. Ideen und Anregungen sind ausdrücklich erwünscht“, beschreibt Veit sein Modell.

Einen Vorgeschmack gab es schon bei der Vorbereitung der ersten ordentlichen Gemeinderatssitzung nach dem Lockdown. Die Besprechung fand diesmal mittels Videokonferenz statt. „Es freut mich, dass diese Vorgangsweise sehr positiv aufgenommen wurde“, so Veit.

36 Baugründe stehen nun zur Verfügung

Für die Erschließung des neuen Siedlungsgebietes „Am Lissfeld“ musste die Gemeinde zwar tief in die Tasche greifen, dafür stehen insgesamt 36 Bauplätze zur Verfügung, fünf davon sind schon verkauft. Die Auflagen sind ortsüblich – Begründung eines Hauptwohnsitzes und Bauzwang. Dachwässer müssen am Eigengrund versickern, eine der zunehmenden Trockenheit in der Region angepasste Maßnahme. „Wir wollen speziell der Jugend die Möglichkeit bieten, zu günstigen Konditionen im Ort zu bleiben“, möchte Veit Abwanderung vermeiden.

Veit sieht Potenzial für einen Weg der Gemeinde in den sanften Tourismus. „Gerade in den letzten Wochen wurde uns bewusst, dass die Waldflächen ein hervorragendes Naherholungsgebiet sind“, nutzte auch Veit die grüne Lunge für Spaziergänge. Rund 700 Hektar sind es insgesamt. Als erste Aktion wurde der sogenannte „Busserlsteig“ wieder nutzbar gemacht – ob dort wirklich viel geküsst wird, ist nicht überliefert.

„Es ist mir in erster Linie wichtig, für die Menschen im Ort da zu sein, und darauf zu achten, wie wir miteinander umgehen“, schließt Veit.