Deutsch-Wagramer Grüne wollen Umfahrung. Öko-Partei atmet auf und will nun die Pläne aus dem Jahr 2000 verwirklichen. VP-Stadtchef Friedrich Quirgst sind keine derartigen Vorhaben bekannt.

Von Robert Knotz. Erstellt am 27. Februar 2020 (05:08)
Bettina Bergauer
zVg

Das drohende Aus für die S8 ( wir hatten berichtet ) freut naturgemäß die Grünen: „Die Bewohner der Hauptstraße wurden jahrelang hingehalten. 30.000 Autos donnern täglich vor ihrer Haustüre vorbei. Es wurde ihnen eine Verkehrsentlastung durch die S8 versprochen. Diese hätte vor allem den internationalen Schwerverkehr angeheizt“, stellt Grünen-Gemeinderätin Bettina Bergauer fest.

Die Schnellstraße sei auch mit einem klimaneutralen Wirtschaftssystem nicht vereinbar. Vor 20 Jahren habe es umfangreiche Pläne mit mehreren Varianten für eine kleinräumige Umfahrung von Deutsch-Wagram gegeben. Diese sollten nun schnellstmöglich weiterverfolgt werden.

„Die Umfahrung würde das Vogelschutzgebiet nicht betreffen und sei damit eine optimale Lösung für Mensch und Tier. Gleichzeitig solle ein Rückbau der Hauptstraße erfolgen, die nur noch Anrainerverkehr zulässt und zum Verweilen einlädt“, so Bergauer. Das Geld für die S8 könne man in eine besseres Angebot von Bahn und Busverbindungen investieren.

Quirgst: "Verhalten der Grünen scheinheilig"

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst
Knotz

VP-Bürgermeister Friedrich Quirgst kontert: „Die Pläne, die Bergauer meint, sind mir völlig unbekannt.“ Die Grünen seien nun Teil der Bundesregierung und stellen die Verkehrsministerin. Daher erwarte Quirgst von ihnen Lösungsvorschläge und nicht wie in den letzten Jahrzehnten nur „reflexartiges Verhindern und Fordern“.

Quirgst weiter: „Vogelschutz geht vor Menschenschutz und die extreme Verkehrsbelastung wird auf viele Jahre weitergehen, egal, welche Lösung oder Ersatzlösung man nun findet. Das Verhalten der Grünen, die den Bau der S8 seit Jahren bekämpft haben, finde ich scheinheilig, denn die Entlastung, die sie nun fordern, haben sie selbst verhindert.“