Knochen aus Hauskirchen ist nun in Polen. Vor rund einem halben Jahr stieß Karl Kolar unter seinem Haus auf Teileines Beckenknochens. Jetzt wird dessen Alter mittels C14-Radiokarbonanalyse bestimmt.

Von Manuel Mattes. Erstellt am 07. März 2021 (04:45)
Dieses Knochenstück befindet sich derzeit in Polen, wo eine Altersbestimmung erfolgt.
privat

Gut ein halbes Jahr ist es mittlerweile her, dass Karl Kolar bei Umbauarbeiten im Keller seines Einfamilienhauses in der Hauptstraße auf einen menschlichen Beckenknochen stieß (die NÖN berichtete). Kolar hat das Gebäude vor etwa zehn Jahren erstanden, gebaut wurde es um das Jahr 1936. Die Vorbesitzer sind mittlerweile verstorben und konnten daher zum Fund nicht mehr befragt werden.

Zunächst beschlagnahmte die Kriminalpolizei Zistersdorf den Knochen, gab ihn aber einige Wochen später wieder zurück, da die Staatsanwaltschaft befunden hatte, dass es sich nicht um einen aktuellen Kriminalfall handle und somit keine näheren Ermittlungen notwendig seien. Wie ging es dann weiter? „Über Vermittlung meines ehemaligen Schulkollegen, Universitätsprofessor und Archäologe Falko Daim, besuchten mich zwei Personen vom Bundesdenkmalamt NÖ und besichtigten die Fundstelle. Sie rieten mir, vorsichtig weiterzubuddeln“, so Kolar zur NÖN. Mittlerweile sei der Kellerraum vollständig ausgegraben – es wurden keine Artefakte entdeckt.

Weiß man mittlerweile eigentlich, wie alt der Knochen ist? „Ich habe ihn zur Leiterin der anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien, Karin Wiltschke-Schrotta, gebracht. Diese hat das Fragment zur C14-Radiokarbonbestimmung an die Universität Poznan in Polen weitergeschickt“, berichtet Kolar.

Es könnte sich – wie ursprünglich vermutet – um die Überreste eines Soldaten aus den Weltkriegen handeln, aber auch ein anderes Szenario ist durchaus denkbar: „Bereits seit den 1970er-Jahren werden zwischen Prinzendorf und Neusiedl zahlreiche Gräberfelder und Siedlungsstrukturen der sogenannten Protoaunjetitzer-Kultur (etwa 2.000 v. Chr., Anm.) entdeckt. Auch die Langobarden zogen seinerzeit durch diese Gegend“, führt Kolar weiter aus.

Mit einem endgültigen Ergebnis hinsichtlich des tatsächlichen Alters des Knochens ist dann im Juni des heurigen Jahres zu rechnen. Es bleibt also spannend ...