Marchfelder Familie spricht über Corona-Quarantäne. Familie aus dem Marchfeld wurde positiv auf das Coronavirus getestet.

Von Thomas Schindler und Markus Szelnekovics. Erstellt am 24. März 2020 (10:15)
Symbolbild
shutterstock.com/Photographynet.co.uk

Im Bezirk gibt es bereits über ein Dutzend bestätigte Coronavirus-Fälle. Aus welchen Gemeinden die infizierten Personen stammen, wollen die Behörden nicht verraten. Die NÖN fand bei ihren Recherchen heraus, welche Kommunen betroffen sind, sie gibt diese aber auf Wunsch der Behörden nicht bekannt – so soll unnötige Panik vermieden werden. Eine Familie aus dem Marchfeld, die in Quarantäne ist, gab der NÖN telefonisch ein Interview.

NÖN: Wie fühlt man sich, wenn man unter Quarantäne steht?

Familie: Unmittelbar nach der Benachrichtigung waren wir geschockt. Wie geht’s nun weiter? Was machen wir mit den Kindern? Wie kommen wir zu Lebensmitteln? Das Gefühl, eingesperrt in den eigenen vier Wänden zu sein, ist schon heftig. Zum Glück dürfen wir in den Garten. Dennoch bleibt ein beklemmendes Gefühl. Unser Kontakt zur Außenwelt läuft halt nur über Telefon und Internet.

Wie ist das mit den Vorräten: Haben Sie alles daheim?

Familie: Einiges hatten wir ja schon zu Hause, wie Nudeln, Reis usw. Die Tiefkühltruhe war gut gefüllt. Jetzt weiß ich auch, wie viel und was da schon alles drinnen war. Frische Produkte wie Milch, Brot, Semmeln und dergleichen werden uns gebracht und vor die Tür gestellt, um nicht mit anderen in Kontakt zu kommen. Da gibt es zum Glück nette Leute, die sich da rum kümmern. Beim nächsten Einkauf, der für uns erledigt wird, liegt das Geld vom letzten Einkauf auf dem „Lieferplatz“.

Wie verläuft so ein „typischer“ Tag in Quarantäne?

Familie: Also der sonst alltägliche Stress ist mittlerweile komplett vergessen. Ich glaube, das Haus wurde schon zweimal von oben bis unten komplett geputzt. Am Morgen wird aufgestanden, wenn man munter wird. Es muss kein Wecker gestellt werden. Also ist meistens Ausschlafen angesagt – außer, die Kids sind unterbeschäftigt. Langsam kommt dann die Langeweile durch. TV und Internet sind da schon eine willkommene Abwechslung.

Was sagen Sie zu den Maßnahmen, die getroffen wurden?

Familie: Die Quarantäne ist nicht nur Selbstschutz, sondern auch ein notwendiger Schutz vor der eventuellen Weiterverbreitung. Ich finde die Maßnahmen in Ordnung und wir werden uns daran halten. Alle sollten sich daran halten, nicht nur betroffene Menschen.

Was machen die Kinder?

Familie: Deren beste Freunde sind derzeit TV und Computer, aber wir spielen auch oft miteinander. Lediglich das Herumtollen mit anderen Kindern fehlt ihnen, aber das sollten ja die anderen derzeit auch unterlassen.

Aktuelle Umfrage

  • Corona: Soll mehr getestet werden?