Bezirk Gänserndorf

Erstellt am 08. Februar 2019, 05:00

von Nina Wieneritsch

Was macht die EU für den Bezirk Gänserndorf?. Im Mai sind EU-Wahlen. Die NÖN zeigt, ob und was der oft kritisierte Staatenbund der Region nützt.

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Gurkenkrümmungs-Norm und Dekolleté-Richtlinie: Was aus dem entfernten Brüssel in einen beliebigen Weinviertler Haushalt durchsickert, ist oft nicht viel und auch nicht logisch. Zu abstrakt sind die Vorschriften, interessant hingegen vor allem die Dinge, die „vor der eigenen Haustür“ passieren.

Wahl am 26. Mai

In Jedenspeigen wird das Schloss auf Vordermann gebracht, in den unteren March-Auen fließt seit ein paar Jahren alles wieder. Hohenau bekommt ein Ökozentrum, in der Au bei Marchegg wird das touristische Angebot verbessert, Beweidungsprojekte sollen in Lassee Trockenstandorte schützen. Diese Liste ließe sich noch eine Weile fortsetzen, und alle genannten Projekte haben eines gemeinsam:

Sie wurden von der Europäischen Union finanziert oder zumindest kofinanziert. Im Mai findet die EU-Wahl statt, Österreich schreitet am Sonntag, den 26., zur Urne. Grund genug, das „abstrakte Konstrukt“ EU in den Bezirk zu holen.

„Es ist wichtig, die Errungenschaften der EU an konkreten Projekten in den Gemeinden aufzuzeigen“Othmar Karas, VP-Bundesspitzenkandidat bei der Europawahl

„Es ist wichtig, die Errungenschaften der EU an konkreten Projekten in den Gemeinden aufzuzeigen“, sagt Othmar Karas, VP-Bundesspitzenkandidat bei der Europawahl, im Gespräch. 94 Prozent der EU-Gelder werden in den einzelnen Regionen ausgeschüttet, fließen also in Gemeindeprojekte. Das Gros dieser Fördermittel wird von Einrichtungen auf nationaler Ebene verwaltet. Ein Beispiel sind die Leader-Regionen – Initiativen, die von der EU Fördergelder erhalten und direkt in den Gemeinden Entwicklungskonzepte erarbeiten. Im Bezirk Gänserndorf gibt es davon zwei: Weinviertel Ost und Marchfeld.

Der Großteil der EU-Mittel wird also direkt von den Mitgliedsstaaten verwaltet. Und das sei gut so, sagt Karas. „Die Menschen vor Ort sollen über die Förderungen entscheiden. Das muss nicht zentral in Brüssel gemacht werden.“

So konnte zum Beispiel in Bad Pirawarth auf der ehemaligen Bahntrasse ein behindertengerechter Geh- und Radweg entstehen – eines von drei Projekten, das im vergangenen Jahr umgesetzt wurde und für die die EU 59.000 Euro beisteuerte. Vom Land NÖ kamen 15.000 Euro. Beim Bau der Projekte wurden so rund 230.000 Euro ausgelöst. Mit Leader verfolgt die EU das Ziel, ländliche Gebiete zu stärken. Daneben existieren weitere Förderprogramme in sämtlichen Feldern. Die größten Bereiche sind die gemeinsame Agrarpolitik, die regionale Entwicklung in den einzelnen Staaten sowie Forschung und Innovation.

Projekte seien prinzipiell dann förderungswürdig, wenn sie der EU weiterhelfen, zum Beispiel, wenn sie Staaten infrastrukturell oder kulturell verbinden. Die Antragseinreichung, so hört man immer wieder, sei derzeit allerdings (unnötig) kompliziert.