200.000 Bücher in Haringsee. Die Nationalbibliothek hat einen neuen Speicher für 200.000 Werke: Halle in Haringsee dient als Alternative zum angedachten Tiefspeicher unter dem Heldenplatz.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 14. Januar 2021 (03:41)
Neben den Lagerhallen des Technischen Museums und der Bundestheater hat sich nun auch die Nationalbibliothek einen Speicher in Haringsee geleistet.
Havranek

Die größte Büchersammlung im Ort? Die Haringseer Leseratten müssen sich mittlerweile wohl allesamt geschlagen geben, denn die Nationalbibliothek hat eine Halle errichtet, in der sie einen großen Teil ihrer Schätze verwahrt – und auf die dort gelagerten über 200.000 Werke kommt wohl auch der größte Bücherwurm nicht.

Prosaisch sieht der neue Bücherspeicher der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) aus. Äußerlich unterscheidet sich der Bau in Haringsee kaum von den gängigen Lagerhallen der Umgebung. Und doch findet sich auf den rund 1.000 Quadratmetern im Inneren mittlerweile ein Schatz von rund 200.000 Objekten. Diese werden auf 5,4 Regalkilometern unter modernster Klima- und Sicherheitstechnik konserviert.

Errichtet wurde der rund 40 Kilometer von Wien entfernte Bücherspeicher von der Bundestheater-Holding-Tochter „Art for Art“ – in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Lagerhallen des Technischen Museums und der Bundestheater. Dorthin wurden in der zweiten Jahreshälfte 2020 die rund 200.000 Objekte transportiert. Dabei handelt es sich laut ÖNB vornehmlich um Bücher, Fotonegative, Zeitungen und Plakate, die großteils digitalisiert sind.

Derzeit verwahrt die ÖNB einen Gesamtbestand von rund 10,9 Millionen Objekten. Sie besitzt einen 1992 errichteten Bücherspeicher unter der Burggarten-Terrasse der Hofburg, der auf rund vier Millionen Werke ausgelegt ist, sich aber langsam seiner Kapazitätsgrenze nähert. Der neue Speicher in Haringsee ist nun die Alternative zu der 2013 von der Regierung angedachten Errichtung eines Tiefspeichers unter dem Heldenplatz, zumal eine Umsetzung dieses Projekts angesichts der momentan am Platz befindlichen Ausweichquartiere des Parlaments auch in absehbarer Zeit nicht zu realisieren gewesen wäre, so die ÖNB.