Personalmangel: Orts-SP fehlen Kandidaten. Die Neusiedler Roten sind auf der Suche nach neuen Mitstreitern für die kommende Gemeinderatswahl. Bislang sei die Resonanz „leider null“, so der Vorstand.

Von Christoph Szeker. Erstellt am 31. Juli 2019 (04:00)
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Dieter Rath koordiniert den Aufbau des Sicherheitspartner-Netzes im Bezirk. 
zVg

Die SPÖ meldet sich in der Gemeinde mit einem schriftlichen Aufschrei an die Bevölkerung. „Falls wir keine weiteren Kandidaten finden, kann die SPÖ Neusiedl/St. Ulrich bei der Gemeinderatswahl 2020 nicht kandidieren“, verlautbaren die Roten per Flugblatt. Es ist bereits der zweite Flyer, „doch die Resonanz ist leider null“, berichtet SP-Gemeindeparteichef und Gemeinderat Dieter Rath im NÖN-Gespräch.

Bei der letzten Wahl im Jahr 2015 sah die Situation noch völlig anders aus: Damals hat die SPÖ vier neue Kandidaten präsentiert, der Einzug in den Gemeinderat war kein Problem. Zwei Mandatare kandidieren allerdings nicht mehr und einer ist weggezogen. Somit herrsche akuter Personalmangel innerhalb der Ortspartei.

„Parteizugehörigkeit ist nicht unbedingt Voraussetzung. Es ist fünf vor zwölf!“ SP-Ortsparteivorstand in einem Rundschreiben

Die Roten warnen daher schon vor der ÖVP-Alleinherrschaft, sollten sie keine Neuzugänge finden. „Der Einblick ist dann nicht mehr gegeben“, sagt Rath mit Blick auf den Prüfungsausschuss. Dort könnten die SPÖ-Mandatare als Oppositionspartei nämlich Kontrolle ausüben. Daher will Rath mit seinem Team die Menschen „wachrütteln“: „Wenn wir keine Leute finden, gibt es keine Opposition mehr.“

Im Angesicht ihrer ernüchternden Situation gehen die Sozialdemokraten sogar so weit, dass sie keine Parteizugehörigkeit für eine Kandidatur voraussetzen. „Wir sind für alle Gespräche offen“, sagt Rath. Er denkt, dass viele einen falschen Eindruck von der Tätigkeit eines Gemeinderats haben und möchte daher in Gesprächen erklären, worum es dabei geht: „Das ist nicht so zeitaufwendig.“

Kein Problem sei es für Rath, die hinteren Listenplätze für die Wahl zu besetzen, das Problem liegt weiter vorne. „Wir brauchen Kandidaten für die Plätze drei, vier und fünf“, erklärt er das Dilemma. Ihm zufolge möchten sich leider nur wenige die Arbeit antun. „Wie es weitergeht, wissen wir nicht“, ist daher vorerst sein Fazit.

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