Altes Preßhaus erzählt von Kellerarbeit und Weinbau. Den „Dörfern ohne Rauchfang“ widmet das Museumsdorf heuer einen Schwerpunkt.

Von Edith Mauritsch. Erstellt am 13. Mai 2018 (11:07)
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Ein Wochenende lang stand die Kellergasse mit einem Fest rund um den Wein im Mittelpunkt. Im sanierten Presshaus aus Groß Inzersdorf erhält der Besucher Einblick in die Weinproduktion im 19. Jahrhundert. Mit einem Festakt wurde das Gebäude offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Der Weg zum Rebensaft war damals mühselig und erforderte eine Unzahl von Arbeitsschritten. Der Begriff „Handarbeit“ war wörtlich zu nehmen. Mit welchen Geräten die Hauer hantierten und wie das Tagwerk der Weinbauern aussah, darüber erzählen Schautafeln und Originalstücke im Schaupresshaus.

Prunkstück ist die alte Baumpresse mit ungewöhnlichem Dekor. Projektleiterin Edeltraud Hruschka erzählte über die Geschichte des Hauses: „Jakob Strasser erwarb 1869 den Hof Nummer 28 samt Wirtschaftsgebäuden, Äcker und Weingarten in Groß Inzersdorf. Am Originalstandort im Hintaus gab es natürlich auch eine Kellerröhre.“

"Das Presshaus riecht derzeit mehr nach behandeltem Holz"

Das Projekt konnte durch viele helfende Hände und der großzügigen Unterstützung des Freundesvereins umgesetzt werden. Obmann Herbert Nowohradsky monierte in seiner launigen Festrede zwar: „Das Presshaus riecht derzeit mehr nach behandeltem Holz als nach Wein.“ Das wurde im Anschluss an den Festakt gleich geändert, flanierten die Besucher doch allesamt mit einem Gläschen des köstlichen Rebensaftes von einem der 15 Winzer durchs historische Gebäude.

Für die musikalische Umrahmung sorgten die Stallbergmusikanten. Unter den Festgästen Nationalratsabgeordnete und VP-Bürgermeisterin Angela Baumgartner, Bezirkshauptmann Martin Steinhauser und sein Amtskollege außer Dienst Gerhard Schütt und Kultur.Region.Niederösterreich Geschäftsführer Martin Lammerhuber.