Virus vermiest Brauchtum im Bezirk Gänserndorf. Traditionelle Feste können wegen Corona-Pandemie heuer nicht wie gewohnt stattfinden.

Von Stefan Havranek und Thomas Schindler. Erstellt am 02. Dezember 2020 (04:32)
Ein Bild aus besseren Tagen: Das traditionelle Nikolausfest mit Kutsche in Strasshof.
NÖN-Archiv

Wie wird heuer im Coronajahr das Nikolausfest in den Gemeinden des Bezirks ablaufen? Werden die Feiern am 6. Dezember wegen der Pandemie gänzlich abgesagt oder wird der Nikolo mancherorts doch unterwegs sein – mit Mundschutz und Sicherheitsabstand?

In Gänserndorf veranstalten die Kinderfreunde jedes Jahr zwei Nikolofeiern – eine in der Stadt und eine in Süd. Die sind heuer im Lockdown natürlich nicht möglich. Kinderfreunde-Vorsitzende Jasmin Hager musste umplanen: „Der Nikolo wird zu den Kleinen kommen, ihnen ein Sackerl vor die Wohnungstür legen und sagen, dass sie brav waren. Das Haus wird er nicht betreten.“ Etwa 60 Sprösslinge sind Mitglieder der Gänserndorfer Kinderfreunde.

„Wir mussten dieses Jahr so viele Veranstaltungen wegen Corona absagen, da wollen wir wenigstens die Nikolosackerln vorbeibringen.“Kinderfreunde-Vorsitzende Jasmin Hager

Hager erklärt: „Wir mussten dieses Jahr so viele Veranstaltungen wegen Corona absagen, da wollen wir wenigstens die Nikolosackerln vorbeibringen.“ Immerhin zahlen die Eltern der Sprösslinge einen jährlichen Mitgliedsbeitrag. Übrigens: Auf den Krampus verzichten die Kinderfreunde heuer.

Was müssen die Protteser Kinder tun, um heuer an Nikolosackerl der Jungen Volkspartei zu kommen? Online werden die Kids aufgerufen, einen Nikolaus zu basteln und diesen ins Fenster zu stellen. Anschließend muss ein E-Mail mit Name und Adresse an die JVP geschickt werden, in dem die Eltern auch einen netten Satz über ihre Sprösslinge verfassen sollen. Am 6. Dezember müssen die Kleinen dann ihre polierten Schuhe vor die Tür stellen, damit der Nikolo sie befüllen kann.

Dies wird in Obersiebenbrunn ähnlich gehandhabt, hier können die Kindergartenkinder eine Zeichnung zum Thema Nikolo in den Gemeindepostkasten werfen und erhalten dann dafür ein Sackerl als Belohnung. Auch in Haringsee kommt der Rauschebart – privat organisiert per Telefon-Anmeldung – heuer zu den Kindern, allerdings läuft alles kontaktlos ab. So wie in Engelhartstetten, wo sich der Burschenbund darum kümmert, dass die angemeldeten Kinder eines der begehrten Sackerl vom Nikolo bekommen.

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